Hechingen Premiere von Nepomuks Consorten gefeiert

Nepomuks Consorten feierten am Sonntag in der Alten Synagoge eine gelungene Premiere mit barocken Meistern. Mit dabei: Hechingens Jugendmusikschulleiterin Susanne Jaggy (Zweite von links)
Nepomuks Consorten feierten am Sonntag in der Alten Synagoge eine gelungene Premiere mit barocken Meistern. Mit dabei: Hechingens Jugendmusikschulleiterin Susanne Jaggy (Zweite von links) © Foto: Antonia Lezerkoss
Hechingen / Antonia Lezerkoss 15.05.2018

Wie ein glitzerndes Mosaiksteinchen fügt sich das neue Ensemble „Nepomuks Consorten“, das Freude daran hat, alte Musik auf Nachbauten historischer Instrumente zu interpretieren, in das  Musikleben der Stadt ein. Mit ihrem frisch-fröhlichen Auftritt „Zu spielen auf allerlei Instrumenten“ stellten sich die Künstler erstmalig einem vielzähligen Publikum in der Alten Synagoge vor. Die Kompositionen stammten aus dem 16. und dem 17. Jahrhundert und boten einen spannenden Einblick in die Musikkultur ihrer Epoche, wobei so mancher Überraschung zu lauschen war.

Was aber wäre so eine Reise zu den bekannten und weniger bekannten Meistern des Früh-  bis Hochbarock, ohne die italienischen Maestri Frescobaldii, Turini, Rossi oder Gabrieli, die zur damaligen Blüte des musikalischen Lebens beitrugen? Was von Anfang an auffiel, war sowohl der luftige Klangcharakter des Ensembles als auch dessen kreativer Umgang mit den interpretatorischen Möglichkeiten der ausgewählten Stücke; denn durch alternative Besetzungswahl ergaben sich viele Gestaltungsoptionen, die Einfluss auf Klangbild und -dramaturgie haben.

Festlich eröffnete Girolamo Frescobaldis (1583-1643) „Canzon“ mit Susanne Jaggy, Clara Cazzanelli (Blöckflöten), Gerhard Cazzanelli (Barockposaune) begleitet von Irene Cazzanelli am Spinett den Reigen. Johann Sebastian Bach war strukturell vielleicht der Stärkste der vertretenen Komponisten und zeigt in der Wohlfühltonart F-Dur der Triosonate BWV 525 charmanten Witz. Hier wie auch bei der nachfolgenden Triosonate von Georg Philipp Telemann positionierte sich die Blockflöte als glitzernder Solitär mt leichtem Ton dem Temperament der italienischen Tradition klar verpflichtet. Flott und sehr gegenwärtig klang die fröhliche, tänzerische „Aria sopra la Bergamasca“ von Marco Uccellini (1603-1680). Zur Erheiterung der Zuhörer kam die pfiffige „Sonata Representativa per Violino solo“ von Böhmens berühmtestem Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) originell und schalkhaft daher. Biber vermischt dabei in einem Satz die Melodie mit Imitationen von Tiergeräuschen und im nächsten mit dem „Marsch der Musketiere“. Verschmitzt lächelnd präsentierte Achim Braun dieses Werk.

Facettenreich, wunderbar kantabel und strömend entfaltete Clara Seiz mit ihrer Barockvioline besonders die ruhigen Passagen von Bibers „Passacaglia“. Elegant, verzierungsreich und wie ein herrlich funkelnder Brillant ertönte die klar artikulierte Blockflöte von Susanne Jaggy in Giovanni Bassanos (1551-1617) „Ricercata quarta per Flauto solo“ von der Empore. Getragen vom filigranen Akkordspiel des Basso continuo aus Cembalo und Violoncello (Ewa Dybczynski), widmeten sich die Musiker mit Verve der kleinteiligen Musiksprache Christoph Graupners (1693-1760) und delektierten sich bei seinem „Konzert F-Dur für Blockflöte, Streicher und Basso contiuo“ an der Motivfülle des Werks, Festlich, wie begonnen,  endete das Konzert mit Giovanni Gabrielis (1557-1612) „sol-sol-la-sol- fa- mi“.

5

Charakteristika hatten Nepomuks Consorten für ihre Premiere angekündigt: spritzig, witzig, kontrapunktisch, streng, verspielt. Fazit: Sie haben nicht zu viel versprochen!

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel