Was hinter dem Titel „gegenüber“ steckt, erläuterte Galerist Hermann-Joseph Speier in der Vernissage bei seiner Begrüßung der zahlreichen Freunde und Kunstliebhaber. Er stellte die Künstlerinnen Pernille Jörgensen und Letitia Orsivschi-Heiser vor, in derselben Straße gegenüber einander wohnen und deren sehr unterschiedliche künstlerische Arbeiten in der Ausstellung einander gegenübergestellt werden.

Frauenpower in Reinkultur

Thit Therese Wissner, Tochter von Pernille Jörgensen, führte in das Werk der zwei Künstlerinnen ein. Pianistin und Sängerin Simone Hönisch bereicherte die Vernissage mit eigenen Kompositionen. Erstmals in seiner 48-jährigen Galeristentätigkeit werde eine Ausstellung ausschließlich von Frauen aus Haigerloch gestaltet, stellte Speier fest.

Hermann-Joseph Speier sowie auch Thit Therese Wissner erläuterten in ihren einführenden Worten die Vita und das Werk der beiden Künstlerinnen. Die 56-jährige Dänin und Landschaftsarchitektin Pernille Jörgensen lebt mit ihrer Familie seit 1997 in Haigerloch. Sie ist eine sehr vielseitige Künstlerin und Kunsthandwerkerin. Als Autodidaktin hat sie schon in Dänemark das traditionelle Weidenflechten für sich entdeckt, in Deutschland dann das kunstvolle Flechten und Biegen von Draht. Aus Drahtknäueln formt sie, ähnlich wie beim Arbeiten mit Ton, Tiere wie Vogel, Echse, Hirsch und Pferd mit Reiter. Ein besonders schönes Exemplar, ein Elch, ist ebenso in der Ausstellung zu bewundern, wie auch ihre Drahtflechtarbeiten, die Stadtansichten von Haigerloch zeigen, oder auch ihre bekannten Kerzenständer.

Optischer Charme der Burkowina

Letitia Orsivschi-Heiser, Jahrgang 1966, aus der Bukowina gebürtige Rumänin lebt seit 2008 in Haigerloch. Sie ist eine der bedeutendsten rumänischen Ostereiermalerinnen und ist seit vielen Jahren mit ihren zerbrechlichen Kunstwerken in der Haigerlocher Ostereier-Ausstellung präsent. In ihrem Heimatort Vama, wo sie sich von Frühjahr bis Herbst aufhält, besitzt sie das größte und bedeutendste Eiermuseum des Rumäniens mit über 8000 Ostereiern aus 82 Ländern.

Die Herbst- und Wintermonate verbringt Letitia Orsivschi-Heiser in Haigerloch. Neu für sich entdeckt hat die Textil-Designerin und -Ingenieurin die textile Ornamentik und figurativen Traditionen der Bukowina. Vor zwei Jahren hat sie begonnen, diese traditionellen Motive, umgearbeitet im eigenen Stil, auf Leinwand zu übernehmen. Die filigranen Bilder mit spannenden geometrischen Elementen und Farbkombinationen, gemalt in Acryl auf Leinwand und Grafiken auf Papier/Karton, werden in dieser Ausstellung zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Info Die Ausstellung „gegenüber“ in der Galerie „Die Schwarze Treppe“ ist bis 2. Februar donnerstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, jeweils mit Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, geöffnet.

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