Die seit 23 Jahren währende Freundschaft zwischen der Polizei Hechingen und den Kollegen aus dem ungarischen Hódmezövásárhely wurde vergangene Woche wieder gepflegt.

Eine achtköpfige Delegation des Polizeireviers Hechingen unter der Leitung des stellvertretenden Revierleiters Thomas Rudolf und der Dolmetscherin Anna Derquist wurde freundschaftlich am Flughafen in Budapest empfangen. Ein straff getaktetes Programm wartete auf die Polizeibeamten aus Hechingen. Nach einer herzlichen Begrüßung in der Unterkunft in Martely, einem Ortsteil von Hódmezövásárhely, wurde auf einem Landgut herzhaft gespeist. Die Besucher aus Hechingen merkten gleich: Gastfreundschaft wird in Ungarn großgeschrieben und auch gelebt.

Tontaubenschießen und Kutschfahrt

Am darauffolgenden Tag stand ein Besuch auf einem weitläufigen Landgut auf dem Programm mit Tontaubenschießen und Kutschenfahrt. Beim anschließenden Mittagessen gab sich der Polizeipräsident von Szeged die Ehre, die Delegation zu begrüßen. Tags darauf stand als erstes die Besichtigung des Polizeireviers in Hódmezövásárhely an. Hier beeindruckte die Hechinger Ordnungshüter vor allem die Kameraüberwachung. Insgesamt sind in der rund 48 000 Einwohner zählenden Stadt 64 Straßen und Plätze kameraüberwacht. Polizeichef Zoltan Szabo ließ wissen, dass die Bevölkerung dieser Maßnahme zunächst skeptisch gegenüber stand. Mittlerweile seien die Kameras in der Einwohnerschaft akzeptiert, vor allem weil die Kriminalität an öffentlichen Plätzen drastisch zurückgegangen sei.

Grüße von Bürgermeister Hahn

Herzlich empfangen wurde die Hechinger Delegation beim Bürgermeister Dr. Peter Marki-Zay. Im regen Erfahrungsaustausch ging es hauptsächlich um die Frage von Drogenprävention an Schulen. Das Stadtoberhaupt der Partnerstadt interessierte sich sehr für die in Hechingen angebotenen Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang wurden Marki-Zay die Grüße des Hechinger Bürgermeisters Philipp Hahn überbracht.

Nach dem Mittagessen mit dem Bürgermeister ging es weiter in das ungarische Nationalmuseum nach Ópusztaszer. Dort wurde der Hechinger Delegation die ungarische Geschichte in Wort und Bild näher gebracht. Im Anschluss gewährte die Grenzpolizei Szeged den Hechinger Polizeibeamten einen Einblick in die Grenzsicherung zu Serbien. 174 Kilometer Grenze werden mit Zäunen und Kameras gesichert, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Besuch bei 600 Inhaftierten

Am vorletzten Tag stand ein Besuch der Stadt Szeged auf dem Programm. Die Besichtigung des dortigen Gefängnisses, in dem 600 Schwerstkriminelle inhaftiert sind, gewährte auch den Profis von der Polizei nicht alltägliche Einblick. Die Führung und Besichtigung des Dom zu Szeged stand als nächstes auf dem Programm. Nachdem am Abend die Gastgeschenke ausgetauscht wurden, verbunden mit der Einladung an die ungarischen Polizeibeamten zum Gegenbesuch im nächsten Jahr, ging es am frühen Morgen des darauffolgenden Tages zurück nach Hechingen.

Auch interessant:

Hechingen/Haigerloch

64


Plätze und Straßen von Hódmezövásárhely, der ungarischen Partnerstadt von Hechingen, werden von
Kameras überwacht.