Hechingen Pläne fürs Aviona-Areal kommen gut an

Ein erster, unverbindlicher Entwurf für die Neubebauung des Hechinger Aviona-Areals.
Ein erster, unverbindlicher Entwurf für die Neubebauung des Hechinger Aviona-Areals. © Foto: Landratsamt Zollernalbkreis
Hechingen / Hardy Kromer 17.03.2018
In Hechingen soll eine neue Gemeinschaftsunterkunft für 60 bis 80 Flüchtlinge gebaut werden.

So groß der Streit zwischen der Stadt Hechingen und dem Landkreis über die weiteren Schritte auf dem ehemaligen Krankenhaus-Gelände ist, so einig ist man sich darüber, was auf dem früheren Aviona-Areal in der Runkellenstraße geschehen soll. Das wurde in der Sondersitzung des Hechinger Gemeinderates am Mittwochabend deutlich.

Landrat Günther-Martin Pauli und Sozialdezernentin Dorothee Müllges präsentierten dem Gemeinderat die aus dem Kreistag bereits bekannten Pläne für eine Neubebauung. Entstehen soll eine neue, moderne und (im Vergleich zur früheren) kleinere Gemeinschaftsunterkunft, in der 60 bis 80 Asylsuchende Platz finden könnten. Dazu soll in dem neuen Gebäudekomplex eine Verwaltungseinheit entstehen, in der zwei Stellen des Kreisjugendamtes mit insgesamt 24 Arbeitsplätzen unterkommen sollen: die Erziehungsberatungsstelle und der Allgemeine Soziale Dienst, der bisher noch in einem Krankenhaus-Nebengebäude untergebracht ist.

Dritter Baustein soll – nach Absprache mit der Stadt Hechingen, dem Arbeitskreis Asyl, den Kirchen, den Schulen, der Caritas und der benachbarten KBF – ein Begegnungszentrum werden. Darin, so Müllges, könnten ein Bürgercafé, ein Raum für Sprachkurse, ein Kinderspielzimmer, ein Stadtteilbüro und Räume für ehrenamtliche Helfer entstehen.

Der Kreistagsbeschluss, der den einen Knopf an dieses Konzept macht, soll am 18. Juni gefasst werden. Dann gilt es, einen Investor zu finden, der das Gebäude errichtet und dem Landkreis langfristig vermietet. Bis Mitte/Ende 2019 könnte die neue Einrichtung dann bezugsfertig sein.

Das Echo im Hechinger Gemeinderat war positiv. „Wir sind froh über ein neues Gebäude mit einem schlüssigen Betreuungskonzept“, sagte CDU-Sprecher Dr. Lorenz Welte. „Danke für den Zuspruch!“ sagte Erster Beigeordneter Philipp Hahn und flachste in Anspielung um den vorangegangenen Fürstengarten-Streit: „Das tut dem Landrat sichtlich gut.“

Der Freie Wähler Roland Huber erinnerte an das Konzept des Landkreises, Flüchtlinge dezentral unterzubringen, und fragte: „Laufen 80 Personen noch unter dezentral?“ Pauli und Müllges bejahten das und verwiesen auf die Gemeinschaftsunterkunft in der Balinger Beckstraße, wo annähernd so viele Asylsuchende recht harmonisch unter einem Dach leben. Das Angebot, diese Unterkunft einmal zu besichtigen, nahm der Gemeinderat gerne an.

Und was wird, wenn gar nicht mehr so viele Flüchtlinge in den Kreis kommen, dass eine neue Aviona-Unterkunft voll wird? Dann wären auch Sozialwohnungen oder eine Mischnutzung denkbar. „Das müssten wir dann aber mit dem Investor abstimmen“, sagte Pauli.

Am Ende der kurzen Diskussion bestätigte Philipp Hahn: „Bei diesem Thema fühlen wir uns von der Kreisverwaltung sehr gut mitgenommen.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel