Grünes Licht gab der Hechinger Gemeinderat am Donnerstagabend für den Bau der Tiefgarage „Stadthalle Museum“. Unter der Fürstenwiese werden für rund 2,5 Millionen Euro 44 neue Stellplätze geschaffen – als Ersatz für die auf dem Obertorplatz weggefallenen Parkbereiche.

Vier Gegenstimmen von SPD und „Bunter Liste“

Ganz ohne Widerspruch ging das aber nicht über die Bühne. Mit Almut Petersen und Hannes Reis (beide Bunte Liste) sowie Margret Simoneit und Ingrid Gruler (beide SPD) stimmten gleich vier Ratsmitglieder gegen das Großprojekt, mit dem die Stadtwerke als Bauherr „so schnell wie möglich anfangen“ wollen, wie Betriebsleiter Reinhold Dieringer bekräftigte. Almut Petersen erklärte sich ohnehin dagegen, für Parkplätze „an dieser Stelle“ so viel Geld auszugeben. Sie und die anderen Kritiker nahmen aber auch daran Anstoß, dass auch der oberirdische Parkplatz beim „Museum“ wiederhergestellt werden soll. Genau das hatten diese Woche auch die „Freunde des Fürstengartens“ schon kritisiert.

„Über den Tisch gezogen“

Ingrid Gruler erinnerte daran, dass das Landesdenkmalamt diesen Parkplatz einst „nur als Provisorium“ genehmigt habe. Und Almut Petersen verglich die Situation mit dem Nasswasen: Auch dort hätten sich die Naturschützer einst mit einem Kompromiss einverstanden erklärt, der dann aufgekündigt worden sei. Jetzt müssten die „Freunde des Fürstengartens“ dieselbe Erfahrung machen. „Irgendwann“, so warnte Almut Petersen, „sind die Leute sauer, wenn sie so über den Tisch gezogen werden.“

Bürgermeister Philipp Hahn tat sich nach eigenen Worten schwer damit zu sagen: „Die Freunde des Fürstengartens sind uns damals entgegengekommen.“ Diese Gruppe werde zwar angehört, aber das Hauptorgan sei doch der Gemeinderat. Der Rathauschef stellte die Frage in den Raum, wer denn die „Freunde des Fürstengartens“ seien. „Sind das fünf oder 25 von 20 000 Hechingern?“

Jürgen Fischer (SPD) legte nach: Die „Freunde des Fürstengartens“ kümmerten sich nur an dieser Stelle um Parkplätze. „Die bestens frequentierten Parkplätze hinter der Villa“ würden dagegen „nur von diesen benötigt“.

„Eine Kröte, die man schlucken muss“

Dr. Regina Heneka (CDU) brach dagegen eine Lanze für die „Freunde des Fürstengartens“. Es sei „auch das Verdienst dieser Gruppe, dass der Fürstengarten wieder ins Bewusstsein kam“. Die 14 Stellplätze oben zu erhalten, sei aber „eine Kröte, die man schlucken muss“. Die Situation habe sich eben geändert. Philipp Hahn pflichtete bei: „Ich bin nicht verdächtig, die Lanze für möglichst viele Stellplätze zu brechen. Aber die sind wirklich nötig, auch für Behinderte und ältere Menschen, um geschickt die Stadthalle zu erreichen.“

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