Viel frischen Wind verspricht das neu zusammengesetzte Gremium, das am Dienstagabend erstmals am Ratstisch in Stein Platz genommen hat. Denn vier der sieben Mitglieder des neu konstituierten Ortschaftsrats sind Novizen in ihrem Amt. Und noch etwas ist bemerkenswert: War Kommunalpolitik in Stein bisher reine Männersache, gehören nun erstmals zwei Frauen zum Gremium.

Bevor die Neuen verpflichtet wurden, stand zunächst die Verabschiedung von drei langjährigen Ortschaftsräten an: Karl-Rudolf Oesterle, Andreas Selig und Ralf Widmann, die sich allesamt nicht mehr zur Wahl gestellt hatten. Sie wurden vom ebenfalls scheidenden Ortsvorsteher Klaus Schetter verabschiedet, der ihnen für die „immer sehr konstruktive und gute Zusammenarbeit“ dankte. „Es war die ganzen Jahre über ein tolles Miteinander, und ich konnte stets auf eure Unterstützung zählen“, unterstrich Schetter.

Nach Ausschluss sämtlicher Hinderungsgründe erfolgte unter seiner Regie die Verpflichtung des neuen Gremiums, dessen Mitglieder einzeln die Treueformel sprachen. Neben drei altgedienten Ortschaftsräten, Stimmenkönig Harald Oesterle, Dennis Danner und Michael Braun, wurden die Neulinge Manfred Rother, Claudia Behr, Stefanie Rebstock und Harald Kleindienst in ihr kommunales Ehrenamt aufgenommen.

Anschließend folgte der Tagesordnungspunkt, der von den rund 40 Bürgern, die auf den Besucherstühlen Platz genommen hatten, mit Spannung erwartet worden war: Die Wahl des neuen Ortsvorstehers, die sich als klare Sache erwies. Als einziger Kandidat stellte sich Harald Kleindienst zur Verfügung. Obwohl ganz neu im Ortschaftsrat, erklärte es sich bereit, Verantwortung zu übernehmen und als Dorfoberhaupt die Interessen von Stein und seinen Bürgern zu vertreten. Vom Gremium erhielt der 49-Jährige dafür vollsten Zuspruch und wurde (bei eigener Enthaltung) dem Gemeinderat einstimmig als neuer Ortsvorsteher vorgeschlagen.

Problemlos gestaltete sich auch die Suche nach zwei Stellvertretern, zu denen ebenfalls einstimmig Harald Oesterle (1. Stellvertreter) und Claudia Behr (2. Stellvertreterin) bestimmt wurden. Unter großem Applaus nahmen die neuen Amtsträger die Gratulationen von Klaus Schetter entgegen, der seinem Nachfolger die besten Wünsche mit auf den Weg gab.

Welche Aufgaben auf das neu gewählte Gremium zukommen, wurde gleich anschließend deutlich. Mit dem Baugebiet Furth stand ein Thema auf der Tagesordnung, das in Stein höchste Priorität genießt. Dazu nahmen Stadtbaumeisterin Helga Monauni und Dr. Klaus Grossmann vom gleichnamigen Planungsbüro am Ratstisch Platz. Grossmann erläuterte noch einmal die Rahmenbedingungen für das Baugebiet, in dem elf Bauplätze entstehen sollen, und ging auch auf die eingegangenen Stellungnahmen der Behörden ein. Einziger Kritikpunkt des Gremiums war, dass dem Vorschlag auf Versetzung des Ortsschilds an den Ausgangspunkt des Baugebiets eine klare Absage erteilt wurde. Hier soll beim Ordnungsamt noch einmal nachgehakt werden.

Die Empfehlung für den Satzungsbeschluss erfolgte einstimmig, das letzte Wort haben nun der Bauausschuss (nächsten Mittwoch) und der Gemeinderat. „Man kann es fast nicht glauben, aber der Weg ist nun geebnet“, freute sich Klaus Schetter, der mit seinem Gremium jahrelang um ein neues Baugebiet gekämpft hatte.

„Unser Ziel ist es, die Erschließung so schnell wie möglich  umzusetzen, damit vielleicht schon im Herbst nächsten Jahres die ersten Häuser gebaut werden könnten“, unterstrich Stadtbaumeisterin Helga Monauni, die sich beim scheidenden Ortsvorsteher und seinem Gremium für die „schöne Zusammenarbeit“ bedankte.