Unermüdlicher Kämpfer für die Belange Sickingens, stets verlässlicher Partner, engagierter Mittler zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils und der Verwaltung im Hechinger Rathaus, unbeirrter Anwalt für das Gemeinwohl –  mit diesen und weiteren Attributen würdigten Stadt, Ortschaftsrat und die Sickinger Vereine am Freitagabend in der vollbesetzten Festhalle das jahrzehntelange Wirken des „kommunalpolitischen Urgesteins“ und scheidenden Ortsvorstehers Gerhard Henzler.

Nach der Begrüßung durch den neu ernannten Ortsvorsteher Siegbert Schetter lobte sein Stellvertreter Gebhard Daiker das langjährige dankenswerte Engagement des in Stuttgart gebürtigen und mittlerweile in Sickingen heimisch gewordenen, ehemaligen – beliebten – Gymnasiallehrers und neuerdings kommunalpolitischen Ruheständlers Gerhard Henzler.

Laudator Daiker wertete die Anwesenheit von Bürgermeister Philipp Hahn, der Ersten Beigeordneten Dorothee Müllges, der Fachbereichsleiterin Helga Monauni, der Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FDP, der Ortsvorsteherkollegen Peter Ganter und Hannes Reis, der Feuerwehr, den Vertretern der Sickinger Vereine sowie die Vielzahl der anwesenden Sickinger Bürger als deutliches Zeichen für die große Wertschätzung, die sich Henzler im Laufe seiner langen Amtstätigkeit unter der Sickinger Bürgerschaft erworben habe. Obwohl von Zeitgenossen einst als „selbstherrlicher Ludwig XIV und König von Sickingen gehänselt“, hätte er sich immer als „ersten Diener des Ortes“ gesehen.

Stets ein offenes Ohr

Als Meilensteine des politischen Wirkens Henzlers bezeichnete Daiker die Realisierung der Neubaugebiete Gassäcker, Langäcker II und Helle, sowie die bauliche Inangriffnahme der weitestgehend erschlossenen Fläche Witzenhart. Infrastrukturmaßnahmen wie die Initiative für ein schnelles Internet, Gasversorgung, Radwege, Kanalisationsoptimierung, Erstellung eines Schuppengebietes, Kindergartenerweiterung und Turnhallenanbau trügen ebenso wie die Pflege dörflicher Traditionen Henzlers unübersehbare Handschrift. Für Anliegen der Bürger und die Interessen der Vereine habe er stets ein offenes Ohr gehabt.

Der Fund einer alemannischen Speerspitze war Anlass für Sickingen, sich beim alljährlichen Kinderfest als wehrhafte Alemannen zu präsentieren. Als schöne Überraschung für den Geehrten erschienen Mitglieder des Ortschaftsrates und Kindergartenkinder als Alemannen und überreichten ihm zum Abschied eine Rose für jedes Amtsjahr.

Mit den Sätzen „Sie haben in Ihrem Amt an den großen Linien der Ortsentwicklung mitgestrickt und die Weichen für eine weitere positive Entwicklung gestellt. Sie haben sich um die Sorgen und Wünsche ihrer Mitbürger gekümmert und sich vehement für Ihre Grundschule und Ihren Kindergarten eingesetzt. Damit haben Sie Sickingen Ihren Stempel aufgedrückt. Sie haben stets fair für ihre Ziele gerungen und waren jederzeit offen für tragbare Kompromisse, darüber hinaus beteiligen Sie sich aktiv gestaltend im deutsch-französischen Partnerschaftskomitee“, lobte Bürgermeister Philipp Hahn das unentwegte Engagement Henzlers. Gleichzeitig erinnerte Hahn daran, dass Kommunalpolitik, auch dank der ehrenamtlichen Tätigkeit der Ortsvorsteher – ganz nah an den Menschen – die unabdingbare Basis eines demokratischen Gemeinwesens bilde.

In die Anerkennung und den Dank an Gerhard Henzler schloss Hahn explizit den Dank an die Ehefrau Beate und die drei Kinder ein. Neben seinem Geschenk – einer Ehrenmedaille, einem Aquarell des Hechinger Rathauses und einem reich bestückten Geschenkkorb, hatte Hahn für Henzler noch als weitere Auszeichnung dabei: die Ehrennadel und Urkunde des Gemeindetages Baden-Württemberg.

Als Vertreter der Sickinger Vereine zollte Andreas Willemsen Gerhard Henzler Respekt, Hochachtung und allerhöchstes Lob für dessen – heute nicht mehr selbstverständlichen – ehrenamtlichen Einsatz. Auch Sickingen bedachte seinen scheidenden Ortsvorsteher mit einem edlen Weinpräsent, einem Erinnerungsfoto sowie einem Blumenbukett für Beate Henzler.

Dank an die Familie

In seiner sehr persönlichen Abschiedsrede ließ Gerhard Henzler seine Amtszeit Revue passieren: „Gegner von einst sind in der Versenkung verschwunden; Bewährtes ist erhalten geblieben – Neues ist entstanden.“ Er betonte, dass die Arbeit ohne den Rückhalt seiner Ehefrau und Familie nicht möglich gewesen wäre. Wichtig war ihm deshalb vor allem ein großes Dankeschön, das seiner Gattin Beate, seiner Familie und all seinen Wegbegleitern ebenso galt, wie dem Ortschaftsrat, seinen Vorgängern und den Vereinen, die immer bereit waren bei Veranstaltungen den entsprechenden Rahmen zu bieten. Er endete mit den besten Wünschen für seinen Nachfolger und dem neuen Ortschaftsrat.

Der Musikverein unter der Leitung von Nikola Holder-Breyl verlieh der Feier mit festlichen Klängen einen würdigen Rahmen. Der offizielle Teil der Veranstaltung endete mit dem Singen des „Hohenzollern-Liedes“. Beim Stehempfang konnte Gerhard Henzler, nun als kommunalpolitischer Privatier, von allen Seiten gute Wünsche entgegennehmen.