Sickingen Ortschaftsrat fühlt sich übergangen

GERHARD HENZLER 07.11.2013
Ein Stück weit vom städtischen Bauamt übergangen fühlt sich der Sickinger Ortschaftsrat bei der Ausführung der Sanierung des Fußwegs zum Friedhof.

Alle Sickinger, die in der Südwestecke der Wasserturmgemeinde wohnen, kennen den Verbindungsweg zwischen der Mozart- und der Haldenstraße. Es ist der kürzeste Fußweg zum Friedhof und wird vor allem von der älteren Bevölkerung häufig genutzt. Dort wurde im Rahmen der Sanierungsarbeiten in der Mozartstraße der Weg samt veralteter Wasserleitung grundlegend erneuert und gleichzeitig Gas gelegt.

Bei der Baustellenbesichtigung vor Beginn der Arbeiten waren sich die Ortschaftsräte und die Anlieger einig, dass nur zwei Treppenstufen entfernt werden sollten, damit ein Anlieger mit seinem Fahrzeug besser an sein Haus heranfahren kann.

"Zur großen Überraschung" des Sickinger Ortschaftsrates wurden jedoch alle Stufen entfernt, so dass das Gefälle des Weges noch steiler als vorher wurde. Die Bürgervertreter fühlen sich bei dieser "einseitigen Maßnahme" des Bauamtes übergangen.

Was die einen freut, stößt bei den meisten auf Unverständnis - so der Tenor im Ortschaftsrat. Die Befürworter sehen in der Maßnahme einen barrierefreien Weg für Fußgänger und Radfahrer, der im Notfall auch mit einem Fahrzeug befahren werden könnte.

Die Kritiker bemängeln, dass der Weg noch nie ein Radweg war und es auch zukünftig nie sein werde. Sie bedauern, dass kein Geländer angebracht wurde, das Halt geben könnte. Sie weisen auf die Gefahren vor allem im Herbst und Winter hin, wo akute Rutschgefahr bestehe.

Schlimmer noch: Der Weg werde trotz einer Bitte der Ortschaftsverwaltung nicht von Laub und Schnee befreit, geschweige denn gestreut. Der Weg sei wegen seines Steigungsgrades weder für Rollstuhl- noch für Radfahrer geeignet, war im Ortschaftsrat zu hören.

Der vorgesehene und bereits angeordnete rot-weiße Absperrpfosten am oberen Ende sei notwendig, damit der Einfahrtsbereich nicht als Parkplatz missbraucht werde. Gleiches gelte für die drei jeweils versetzten rot-weißen Absperrbügel mit ihrer Schleusenfunktion. Sie sollten auch verhindern, dass Kinder den Weg als Rodelbahn benutzen und ungebremst in die Haldenstraße schießen.

Offen bleibt für die Ortschaftsräte die Frage nach der Haftung, wenn einem Fußgänger tatsächlich etwas passieren sollte.