Gerd Schollian ist guter Dinge. die aktuellen Corona-Maßgaben kommen dem Förderverein fürs Römische Freilichtmuseum sehr zupass. Schon ab 8. März könnte die Anlage aufmachen ohne weitere Einschränkungen – bei einem Inzidenzwert im Landkreis unter 50. Liegt der zwischen 50 und 100 müssten Termine gebucht und Listen geführt werden.

Bloß nicht mit Terminvergaben!

Ins Freilichtmuseum mit Vorbestellung, das lässt bei Gerd Schollian natürlich die Laune sinken. Aber bis zum traditionellen Öffnungstermin, also Ostern, sind es noch vier Wochen. „Wir sind bereit für unsere Besucher und freuen uns auf die Saison“, sagt der Macher und Vorsitzende. Erstmals geöffnet haben wollen die Steinemer Römer am 1. April, das ist der Gründonnerstag.

Kein 2020 mehr

Eine Saison, wie 2020 will der für das Freilichtmuseum verantwortliche Förderverein nicht mehr erleben. Denn da gab es den Saisonstart erst Wochen nach dem eigentlichen Datum – mit allen negativen Begleiterscheinungen. Gerd Schollian unterstreicht: „Noch eine Saison mit Verlusten zu beenden, wäre für uns nur schwer zu verdauen.“ Man hoffe auch in Stein, „dass es rasch gelingen möge, dem vielen Gerede und den schlechten Planungen  nun endlich Impfmöglichkeiten zu festen Terminen für alle Bürger folgen zu lassen, um danach wieder ein einigermaßen normales Leben führen zu können“,  ließ der Vorsitzende des Fördervereins verlauten.

Wohl keine Schulklassen

Nicht damit zu rechnen ist laut Förderverein wohl, dass Schulklassen aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus die Anlage wie bis zu Corona üblich zum Geschichtsunterricht nutzen werden. Damit ist ein ganz gehöriger Besucherschwund programmiert.

Start am 1. April geplant

Vorbereitet auf die neue Saison, die am 1. April beginnen soll, ist der Verein auf jeden Fall. Zudem sind die Vorplanungen im Gange für die am Wochenende des 4. und 5. September geplante offizielle Einweihung des rekonstruierten Heiligen Bezirks, verbunden mit dem 50-jährigen Jubiläum der Entdeckung römischer Funde in Stein und dem 30-jährigen Bestehen des Fördervereins.

Neue Beschilderung

Die bereits im vergangenen Jahr eingeleitete Erneuerung der Innen-und Außenbeschilderung ist in vollem Gange und wird im Laufe des Frühjahrs abgeschlossen. Die meisten der provisorisch aufgestellten Tafeln wurden den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen unter fachkundiger Leitung des Amtes für Denkmalpflege angepasst. Dank der Zusage eines Sponsors bleibt die finanzielle Belastung für den Verein überschaubar.

Geld fehlt für Spielgeräte

Leider nicht verwirklicht kann der Plan, den römischen Kinderspielplatz mit mehr Spielgeräten auszustatten. Der finanzielle Beitrag einer Stiftung reicht bei weitem nicht aus, um den Wünschen vieler Besucher nach mehr Spielmöglichkeiten nachzukommen. Das freilich wäre spätestens seit der Eröffnung des  Römer-Rundwanderwegs über Bechtoldsweiler, der zahlreiche Besucher, vor allem Familien, anlockt, dringend nötig.

Tempelbezirk kostet noch

Auf rund 20 000 Euro werden die in diesem Jahr anfallenden Restkosten zur Fertigstellung des Tempelbezirks geschätzt. Für die restlichen Kunstbemalungen in der Portikushalle, die den Namen „Zwölf- Götter-Halle“ erhält, für die Schaffung von Skulpturen der Götter Mars, Diana und des dreiköpfigen Stiers, sind allein 15 000 Euro erforderlich. Die restlichen 5000 Euro braucht es für die Rekonstruktion des Nordtores und kleinerer Arbeiten.

Info Verschoben werden muss derweil wegen der Pandemie-Vorschriften erneut die längst fällige Mitgliederversammlung, in der unter anderem Neuwahlen des Gesamtvorstands anstehen.

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Mai bis September Die diesjährigen Grabungen in der römischen Anlage beginnen am 2. Mai und enden am 30. September.  Das ehrenamtlich tätige Team des Fördervereins wird wie gewohnt vom ehemaligen Grabungstechniker des Landesdenkmalamtes Baden Württemberg, Thomas Schlipf aus Rottweil, nach Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart in bewährter Weise zur Sache schreiten. Geplant sind  eine Schaugrabung im  Bereich des zweiten Eckrisalit-Baus sowie die Fortsetzung der archäologischen Untersuchung eines Gebäudes im Norden der weitläufigen Anlage.

Einladung Der Förderverein lädt alle Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Freizeit eine sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeit suchen, ein, das Grabungsteam zu verstärken.