Seit Nadine Ottenbreit in Hechingen lebt, hat sie das Kulturleben der Stadt in erheblichem Maße bereichert. Mit ihrem Werbe- und Medienatelier Kunstwerk setzt sie Impulse für Handel und Gewerbe, als Gründerin der Kulturfreunde Hechingen ist sie Ideengeberin und Mitveranstalerin, unter anderem für die „Lange Nacht der Kultur“ und Mitinitiatorin der beliebten Leseabende. Auch als Künstlerin ist sie seit ihrer „Landung“ in Hechingen im Jahr 2009 sehr aktiv. Am Freitagabend wurde in der Rathausgalerie die bereits vierte Ausstellung mit Arbeiten von Nadine Ottenbreit eröffnet, wie Erster Beigeordneter Philipp Hahn bei der Begrüßung der Vernissagengäste feststellte. Mit der Galerie im Rathaus stelle die Stadt lokalen und regionalen Künstlern gern eine Plattform zur Verfügung. In den aktuellen Arbeiten Ottenbreits, so Hahn, „spielt das Thema Schönheit eine ganz zentrale Rolle“. Die Fotografien vermittelten Wärme und Geborgenheit, zeugten aber zugleich auch von „Demut vor der Schönheit und der Vergänglichkeit aller Dinge“.

Auf den ersten Blick sind es Stillleben mit Blüten und sogenannte „People-Fotografien“, die Nadine Ottenbreit in der Ausstellung „FEINsinnig“ zeigt. Aber wie viel mehr dahinter steckt, verriet die Künstlerin in ihrer Einführung selbst: Eine „Ode an das Wunder der Weiblichkeit“ seien diese von der Renaissance inspirierten Bilder. „Ich bin ein Renaissance-Typ“, bekannte die frisch gebackene Mutter. Vor drei Monaten kam Töchterchen Florentine Paula Marie zur Welt. In ihren Bildern, viele davon Makrofotografien, habe sie die starken Empfindungen in der Schwangerschaft und bei der Geburt ihres Kindes verarbeitet. Das Neugeborene war das jüngste Modell der Künstlerin, das älteste 40 Jahre alt  – fast ein ganzer Lebensbogen.

Inspirieren ließ sich Nadine Ottenbreit, wie sie sagte, auch von der berühmten US-amerikanischen Künstlerin Georgia O’Keeffe, in deren Malerei häufig Blumen als Symbole der Weiblichkeit stehen.

Auf drei Stockwerken ist die Ausstellung „FEINsinnig“ im Rathaus zu sehen. Zur Vernissage kamen zahlreiche Kunstinteressierte, darunter einige Gemeinderatsmitglieder. Anke Gärtner, Leiterin des Sachgebiets Tourismus und Kultur, und ihr Team hatten die Ausstellungseröffnung perfekt vorbereitet. Vor dem Ratssaal wurden den Gästen Sekt und Knabbereien kredenzt. Auch die Eltern der Künstlerin waren aus Bad Kreuznach angereist und blickten stolz auf Tochter und Enkelkind. Florentine, der kleine Star der Ausstellung, verschlief die Vernissage seelenruhig in ihrem Kinderwagen, zart umspielt von dem leichten Jazz, mit dem Jazzsängerin Gitte Müller und Keyboarder Ralf Schuon die Atmosphäre anreicherten.

Info Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 30. Juni zu den Öffnungszeiten des Rathauses: montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr.