Zollernalbkreis Obstertrag höher als erwartet

Gut für die Region: der Apfelsaftkonsum in China ist deutlich gestiegen. Archivfoto
Gut für die Region: der Apfelsaftkonsum in China ist deutlich gestiegen. Archivfoto
Zollernalbkreis / SWP 14.08.2012
Die jährliche Ernteermittlung des Landratsamtes für den Streuobstbau im Zollernalbkreis zeigt, dass trotz guten Erträgen im Vorjahr auch in diesem Jahr mit einem guten Obstertrag gerechnet werden kann.

Der Zollernalbkreis gehört heuer zu den ertragreichsten Regionen im Land, aber Krankheiten und Hagelfolgen reduzieren die guten Erwartungen. Da die weltweiten Vorräte an Apfelsaftkonzentrat begrenzt sind, kann mit vergleichsweise guten Obstpreisen gerechnet werden.

Die langjährigen Erfahrungen im Streuobstbau zeigen, dass sich nach einem guten Ertragsjahr die Bäume erholen müssen und im Folgejahr nur mit wenig Ertrag gerechnet werden kann. Deshalb waren die Ernteerwartungen für dieses Jahr gering. Dass die Obstbäume in manchen Regionen trotzdem derart voll hängen und die Äste gestützt werden müssen, hat verschiedene Ursachen.

Die Bestäubung durch die Honigbienen war sehr gut und in vielen Regionen hat der Frost keinen Schaden verursacht. Doch Kreisfachberater Markus Zehnder führt noch einen weiteren Aspekt hinzu: "Bäume reagieren auf Stress mit erhöhter Fruchtbildung. Seit vielen Jahren werden Obstbäume nicht mehr gedüngt, so dass sie irgendwann erschöpft sind." Dafür spricht auch die trotz "wüchsigem" Wetter vergleichsweise geringe Fruchtgröße. Eine Düngung im kommenden Frühjahr wäre deshalb dringend anzuraten.

Regional zeigen sich im Zollernalbkreis große Unterschiede. Besonders hoch sind die Ertragserwartungen in Frommern und Schömberg, aber auch in Dormettingen, Ostdorf, Bickelsberg und Rangendingen hängen die Obstbäume voller Früchte. Andere Gemarkungen wie Pfeffingen oder Weildorf gehen nahezu leer aus. Doch auch in guten Ertragslagen können die Erntemengen noch geringer ausfallen. Der ständige Regen hat zu einem starken Schorfbefall geführt.

Dies zeigt sich durch schwarze Flecken auf der Frucht, die später aufreißen und zu Fruchtfäule führen können. Hinzu kommen in manchen Regionen Fruchtschäden durch Hagelschlag und hohem Anteil wurmiger Früchte.

Hoffnung auf vergleichsweise gute Mostobstpreise geben die festen Preise auf dem weltweiten Konzentratmarkt. Hier kommt der Region zugute, dass der Apfelsaftkonsum in China deutlich steigt und den Weltmarktpreis weniger unter Druck setzt.

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