Die große Euphorie in allen Punkten kam am Donnerstagabend nicht am Ratstisch auf. Aber mit breiter Zustimmung machten die Mitglieder des Hechinger Gemeinderats den Weg frei, um die drohende Parkplatznot während der Sanierung des Obertorplatzes und danach zu verhindern.

Dass dafür aber das Parkhaus Stadtmitte gemäß der Planung des Büros AMP aus Karlsruhe mit 367 200 Euro ertüchtigt werden muss, das verhinderten die Stadträte wie berichtet mit ihrem Votum. Mit 16 Ja- und 16 Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen wurde dieses Vorhaben als einzige Maßnahme abgelehnt. Almut Petersen (Bunte Liste) fand, dass das Parkhaus bereits befahrbar sei. Nochmal so viel Geld in die Hand zu nehmen, fand sie nicht gut. „Wir sind der Meinung, dass hier an der falschen Stelle investiert wird.“ Sie schlug stattdessen vor, den öffentlichen Nahverkehr zu erweitern. Und damit sich der Suchverkehr auf der Straße verringert, sollten draußen Parkuhren aufgestellt werden. Lorenz Welte (CDU) bezweifelte ebenfalls, dass sich die 367 000 Euro für den Parkhaus-Umbau lohnen würden. Seine Fraktion stimmte aber mehrheitlich zu.

Fast einstimmig beschloss der Gemeinderat die anderen Vorhaben bezüglich der Parkplatznot: So soll mit 27 Ja-Stimmen ein Verbindungssteg zwischen dem Parkhaus Stadtmitte und dem Obertorplatz für zirka 150 000 Euro entstehen. Die Kosten beinhalten nicht die Sanierungskosten für das alte Spritzenhaus.

Insgesamt 27 Stadträte votierten für ein großes, unterirdisches  Parkdeck neben der Stadthalle „Museum“ unter der sogenannten Fürstenwiese, was 2,24 Millionen Euro kosten soll. Margret Simoneit (SPD) war der Ansicht: „Die Tiefgarage am Obertorplatz wäre günstiger gewesen.“ Auch Jürgen Fischer (SPD) fand, dass die abgelehnte Tiefgarage am Obertorplatz „die günstigere Variante“ gewesen wäre. Aber die „Bevölkerung wartet darauf“, sagte er, weshalb seine Fraktion dem Vorhaben mehrheitlich zustimme.

Das straßenbegleitende Parken in der Neustraße ist ebenfalls mit 24 Ja-Stimmen bewilligt. 19 öffentlichen Stellplätze sollen dort für 2500 Euro geschaffen werden. Die Umsetzung erfolgt noch in diesem Jahr. Sechs öffentliche Parkplätze kommen 2019 in der Fürstin-Eugenie-Straße hinzu. Das kostet 28 000 Euro (ohne Grunderwerbskosten). Hierfür gab es sogar den geschlossenen Zuspruch der Ratsmitglieder. Auch die Bereitstellung der finanziellen Mittel im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 und folgende wurde vom Gremium mit beachtlichen 27 Ja-Stimmen für  die Tiefgarage und Parkdeck an der Stadthalle genehmigt. Werner Beck (FWV) stimmte mit seiner Fraktion in allen Punkten zu. Obwohl er Kritik äußerte, fand er, dass das Areal damit insgesamt aufgewertet wird.