Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die Revision gegen ein Strafurteil des Landgerichts Hechingen als unbegründet verworfen. Dies hat Dr. Hannes Breucker, der Vizepräsident des Landgerichts Hechingen, jetzt mitgeteilt.

Sexuelle Übergriffe auf die Stieftochter

Bestätigt ist damit die Verurteilung eines heute 50-jährigen Mannes wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und sexuellen Missbrauchs eines Kindes, jeweils in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen, zu der Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Der Angeklagte war mit Urteil des Amtsgerichts Hechingen vom 8. Mai 2019 wegen zwei sexuellen Übergriffen auf seine zur damaligen Zeit zehn beziehungsweise 13 Jahre alte Stieftochter in Balingen und Schömberg zu der Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Amtsgericht hatte nur die Mindesstrafe verhängt

Dabei nahm das Amtsgericht auch aufgrund des umfänglichen Geständnisses des Angeklagten hinsichtlich des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes einen sogenannten minderschweren Fall an, der eine Mindeststrafe von einem Jahr vorsieht. Die Berufungskammer beim Landgericht Hechingen hat auf die dagegen gerichtete Berufung der Staatsanwaltschaft einen minderschweren Fall verneint und den Normalstrafrahmen angewandt, der eine Mindeststrafe von zwei Jahren vorsieht.

Nur ein Teil der Taten kam zur Anklage

Ausschlaggebend war für das Landgericht im Wesentlichen der Umstand, dass die angeklagten Taten nach den Feststellungen des Amtsgerichts nur ein Teil der über mehrere Jahre begangenen Taten waren. Dies führte insgesamt zu einer höheren Strafe, deren Vollstreckung schon von Gesetzes wegen nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Damit ist das Urteil vollumfänglich rechtskräftig geworden.

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