Wer in anderen Ländern - aus welchen Gründen auch immer - den schulischen Anschluss verpasst hat, der ist diesbezüglich am Ende seines Weges angelangt. In Deutschland kann man es dagegen sogar dann noch zum Studium schaffen, wenn man im ersten Anlauf den Hauptschulabschluss versemmelt hat. Freilich: Fleiß und Ausdauer sind nötig. Welche vielfältigen Möglichkeiten, Berufs- und Bildungswege und Kombinationen von beidem es gibt, das zeigten gestern die fünf Beruflichen Schulen im Zollernalbkreis.

Auch in der Kaufmännischen Schule Hechingen und in der benachbarten Alice-Salomon-Schule herrschte Andrang. Vor allem Real- aber auch Hauptschüler aus der gesamten Umgebung ließen sich die Schulräume zeigen, die Bildungswege erläutern. Lehrer gaben gerne Auskunft, vor allem jedoch betreuten Schüler die Stände und Theken. Bei ihren Altersgenossen kam das natürlich gut an.

Auf starkes Interesse stieß in der Alice-Salomon-Schule das neue Profil, Pflege und Gesundheit. Dieser Weg führt von der Mittleren Reife zum Abitur, vermittelt den üblichen Lernstoff, legt aber daneben starkes Gewicht auf Körper, Ernährung, Gesundheit. Wer das Abi auf diese Weise erwirbt, kann jegliches Hochschulfach studieren, von Philosophie bis Luftfahrttechnik, aber selbstverständlich eignet es sich besonders dazu, ins Medizin- und Gesundheitswesen einzusteigen. Das Profil, so erfuhren Interessenten, wurde in diesem Schuljahr erstmals angeboten, in Zukunft rechnet das Kollegium um Schulleiter Karl-Heinz Rauch mit einer verstärkten Nachfrage.

Daneben gibt es als zweites Profil Pädagogik und Psychologie - den Klassiker der Schule, der gleichfalls zum Abi führt. Doch auch alle anderen Schulabschlüsse sind an der Alice-Salomon-Schule möglich.

Wie im echten Berufs-Leben fühlten sich die Besucher in der Kaufmännischen Schule, als ihnen Gleichaltrige, die das Berufskolleg absolvieren, zeigten, wie sie in ihren Übungsfirmen arbeiten, disponieren, planen, kalkulieren, berechnen.

Im oberen Stock gab es Informationen zum Wirtschaftsgymnasium, im unteren stellten sich Firmen vor. Trigema, Lidl oder auch das DRK boten Berufsorientierung. Hier standen Auszubildende den Kaufmännischen Schülern ebenso wie den Besuchern Rede und Antwort, gaben wertvolle Tipps. In Vorträgen erörterten zudem Profis aus den Firmen spezielle Fragen etwa zu Bewerbungen.

An beiden Schulen hörte man im Verlauf der Gespräche dicke Komplimente, Tatjana Hvan-Tin-Tin etwa meinte, sie würde an keiner anderen als an der Kaufmännischen Schule sein wollen, die Lehrer seien freundlich, das Ambiente hell und fröhlich. Hier falle das Lernen leicht. Weshalb die vormalige Realschülerin überzeugt ist, ihr Ziel erreichen zu können: das Abi mit anschließendem Wirtschaftsstudium. So konnte auch Rektor Norbert Speidel mit dem Tag vollauf zufrieden sein.