Boll Nicht von vornherein dagegen

Schön ists im Schamental bei Boll. Das Bild ist dort entstanden, wo ungefähr der Damm für Pumpspeicher-Unterbecken gebaut würde. Der Damm wäre etwa 400 Meter vom letzten Hof im Schamental entfernt. Foto: Christian Steinhilber
Schön ists im Schamental bei Boll. Das Bild ist dort entstanden, wo ungefähr der Damm für Pumpspeicher-Unterbecken gebaut würde. Der Damm wäre etwa 400 Meter vom letzten Hof im Schamental entfernt. Foto: Christian Steinhilber
Boll / CHRISTIAN STEINHILBER 13.04.2012
Die Informationsveranstaltung über die möglichen Hechinger Pumpspeicherkraftwerke findet am Dienstag, 8. Mai, in der Boller Festhalle statt. Ortsvorsteher Peter Beck hat das Thema weiter konkretisiert.

In der jüngsten Sitzung des Boller Ortschaftsrates wurden vor allem Fragen aufgegriffen, die es den Referenten am 8. Mai zu stellen gilt. Das Interesse am möglichen Pumpspeicherkraftwerk im Reichenbachtal ist weiterhin groß in Boll. Denn wieder war die Ortschaftsratssitzung gut besucht. Dabei geht es Ortsvorsteher Peter Beck vor allem um die Aufklärung der Bevölkerung. Denn diese soll, wenn eine Entscheidung über solch ein Projekt getroffen wird, das Zünglein an der Waage sein. Dafür setzt sich auch Bürgermeisterin Dorothea Bachmann ein - und dafür hat man die Zusage aus Hechingen.

Deshalb findet am 8. Mai eine Informations- und Aufklärungsveranstaltung , in der Boller Turn- und Festhalle zum Thema Pumpspeicherkraftwerk statt, die vom Regionalverband ausgerichtet wird. Dort werden dann Experten über das Thema referieren und Fragen beantworten. Damit diese Fachleute die Möglichkeit haben, auch auf Fragen, die speziell Boll betreffen, einzugehen, will der Ortschaftsrat vorab einen Fragenkatalog ausarbeiten und den Machern zur Verfügung stellen.

Wichtig ist zum Beispiel die Frage, da man in einem Erdbebengebiet liegt, was im Falle eines solchen Falles ist. Oder auch, was bei Hochwasser geschehen kann. Gibt es einen Ausgleich, wenn ja, wie? Denn mit dem Projekt wird erheblich in Natur und Landschaft eingegriffen. Geht das mit dem Naturschutz konform? Kann es Auswirkungen auf das lokale Klima geben? Wie wird das Projekt erschlossen? Anfahrtswege und Abfuhr des Stroms sind nur Teilaspekte. Wie hoch und breit wird der Damm? Dies sind alles Fragen, die die Boller umtreiben.

Über was man sich im Vorfeld klar sein muss, ist, dass mit dem Pumpspeicherkraftwerk kein attraktives Touristenziel geschaffen wird. Vom Gedanken eines Wasserparks und eines Bootsverleih müsse man Abschied nehmen, so Ortsvorsteher Beck. Dennoch könnte man es in ein Naherholungsgebiet einbetten, zum Beispiel für Wandrer. Ebenfalls klar ist, dass das Projekt nicht von heute auf morgen gebaut werden wird. Die Entscheidung, die getroffen wird, ist aber eine für die nächsten zehn Jahre: Zuerst müssten Gutachten erstellt werden, was noch zeitnah geschehen könnte. Danach werde man in die Planungs- und dann erst in die Bauphase übergehen.

Da das Projekt auch für die Energiewende und die Energiesicherung steht, ist man in Boll und im Ortschaftsrat nicht von vornherein gegen das in die Zukunft gerichtete Projekt und steht diesem offen gegenüber. Auch wenn aus mancherlei Wortmeldung aus der Bevölkerung schon andere Töne zu hören sind.

In Boll will man nach der Informationsveranstaltung nochmal in eine öffentliche Diskussion gehen. Bei der sollen dann die Bürgeranliegen mit in die Entscheidung einfließen. Auch, wenn die Entscheidung erst für die nächste Generation getroffen werde. Eventuell begibt sich der Ortschaftsrat auch zu einer Besichtigung eines Pumpspeicherkraftwerks in der näheren Umgebung. Dabei will man auch dort sachlich mit der Bevölkerung und dem Bürgermeister sprechen.

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