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Ilona Fiolka beim Hohenzollern-Berglauf im Jahr 2010 bei Kilometer 3 im Bereich Fasanengarten
Ilona Fiolka beim Hohenzollern-Berglauf im Jahr 2010 bei Kilometer 3 im Bereich Fasanengarten
BERND ULLRICH 07.11.2013
In diesem Jahr ruft der Berg vergebens nach Ilona Fiolka aus Boll. Verletzungsbedingt muss die Bergläuferin heuer pausieren.

Seit 13 Jahren lebt Ilona Fiolka in Boll und damit in unmittelbarer Nähe der Burg. Das sportliche Betätigungsfeld der jungen Mutter und Ehefrau beschränkte sich zunächst aufs Radfahren und Nordic Walking. Letzteres auch um die Burg herum. "Bewegung macht mir einfach Spaß", sagt sie. Bald genügte ihr die Walkerei nicht mehr und sie versuchte sich im Joggen. Dabei begegnete sie zwei Bergläuferinnen, deren Auftreten ihr einen zusätzlichen Motivationsschub gab. "Die beiden waren rank und schlank, was auf mich leider nicht im gewünschten Maße zutraf", bekennt sie. Und so reifte der Entschluss, sich der Herausforderung des Berglaufes zu stellen. Sie arbeitete an ihrer Kondition, lief in der Umgebung und rund um die Burg, manchmal auch direkt zur Burg hoch.

2009 war es dann soweit. Sie absolvierte ihren ersten "richtigen" Hohenzollern-Berglauf. Beim Start im Weiher war sie mehr als verblüfft. "Mein Gott, sind die alle schnell" - so ihr erster Eindruck. Nicht unbedingt ermunternd war auch die Tatsache, dass sie oft überholt wurde. Das alles hemmte ihr Vorhaben jedoch in keinster Weise. Ihr Ehrgeiz bestand einfach darin, es zu schaffen. Und sie schaffte es. Sogar in dem angedachten, aber nicht starr, stur und verbissen verfolgten Zeitrahmen von "um eine Stunde herum". Ans Aufgeben hat sie nie gedacht. "Ich habe den Lauf genossen. Nach jeder Wegbiegung, wenn die Burg wieder auftauchte, war man ihr ein Stück näher. Das war einfach schön."

Ein Jahr später stellte sie sich der Herausforderung erneut. Auch den zweiten Lauf ging sie mit Zuversicht an und genoss ihn noch mehr als den vorigen. Sie fand unterwegs sogar Zeit für einen kurzen Wortwechsel mit Bekannten und nahm auch mehr die Zuschauer am Wegesrand wahr. "Zuschauer sind wichtig, besonders die, die einen kennen und vielleicht auch noch durch Zurufe aufmuntern." Fast um zwei Minuten konnte sie trotz des kurzen Gesprächsintermezzos ihre Zeit zum Vorjahr verbessern.

Eine Verletzung am Fuß zwang sie anschließend zum Pausieren und eine Operation lässt eine Teilnahme auch heuer nicht zu. Aber ein klein wenig und in ganz bescheidenem Rahmen beginnt sie schon wieder zu trainieren. Im nächsten Jahr, beim 30. Berglauf, möchte sie unbedingt wieder dabei sein. Ist eine Zeitvorgabe angepeilt? "Nein, das lasse ich auf mich zukommen. Bis dahin sind noch mehr als 365 Tage Zeit. Und außerdem weiß man ja nie, wen man zum Schwätzen unterwegs trifft", lacht sie und unterstreicht damit das Gefühl des Spaßes an der Freude.