Eines kam bei der Neujahrssitzung des Ortschaftsrates am Montag im Bürgerhaus deutlich zum Ausdruck: Es bleibt spannend in dem 770-Einwohner-Ort, denn Bechtoldsweiler ist auf Wachstumskurs. Das Neubaugebiet Mittelwies ist in trockenen Tüchern. Ortsvorsteher Bernd Zimmermann gab die gute Nachricht bekannt, dass nun alle Grundstückseigentümer mitziehen und 2021 mit der Vergabe der Bauplätze gerechnet werden kann. „Damit können sich junge Familien mit dem Ort verwurzeln“, freute sich Zimmermann.

Doch der Reihe nach. Die Neujahrssitzung des Ortschaftsrates im Bürgerhaus war mit zirka 120 Bürgerinnen und Bürgern wieder sehr gut besucht. Bürgermeister Philipp Hahn, der mit seiner Familie in Bechtoldsweiler lebt, konnte wegen des zeitgleich stattfindenden Neujahresempfang des Kreistages diesmal nicht dabei sein.

Mit beschwingten Pianomelodien von Horst Hengstler wurden die Anwesenden, die der stellvertretende Ortsvorsteher Thomas Ling begrüßte, auf die Veranstaltung eingestimmt.

Einwohnerzahl ist stabil

„Bechtoldsweiler ist ein lebens- und liebenswerter Ort“, stellte Bernd Zimmermann in seiner Neujahrsansprache fest. Der  Schlüssel dazu sei das hohe ehrenamtliche Engagement der Einwohner. Als Merkmale der „intakten Dorfgemeinschaft“ nannte der neue Ortsvorsteher den Seniorentreff, den Handarbeitstreff, die Theater- und die Kinderfest-Gruppe, das Kreativteam für die Blumenpyramiden, den beliebten Sonntagskaffee im Bürgerhaus oder auch die von zwei Jungs initiierte Müllsammelaktion. Die Einwohnerzahl Bechtoldsweiler hat sich von 768 auf 764 nur leicht verändert. Es gab fünf Geburten und sechs Todesfälle.

Beherrschendes Thema 2019 war das neue Baugebiet Mittelwies, in dem im Nordosten der Gemarkung insgesamt 50 Bauplätze entstehen – etwa 22 davon in einem ersten Bauabschnitt. Errichtet werden soll im ersten Abschnitt auch ein zweigruppiger Kindergarten und ein Spielplatz.

Zwei denkwürdige Ereignisse prägten das vergangene Jahr, wobei Bernd Zimmermann besonders die Verabschiedung seines Amtsvorgängers Günther Konstanzer hervorhob. Konstanzer war 25 Jahre Ortsvorsteher in Bechtoldsweiler und 30 Jahre Mitglied des Gemeinderates. Im  September wurde er für seine Verdienste mit dem Ehrenschild der Stadt Hechingen und der Ehrenurkunde des Gemeindetags Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Ebenfalls ganz oben auf der Hitliste rangierte die Feuerwehr unter Abteilungskommandant Jochen Basler, die derzeit 14 Aktive, einen Jugendlichen und sieben Alterskameraden in ihren Reihen hat und 2019 zwei Neuzugänge verzeichnen konnte. Im Mai wurde das neue TSF-W (165 000 Euro) in Dienst gestellt. Danach wurden die Fahrzeughalle und der (bisher fensterlose) Mannschaftsraum vergrößert und modernisiert. Das 157 000 Euro-Bauprojekt sei zeit- und kostenmäßig voll im Plan, betonte Zimmermann.

Kommunalpolitisch war das Jahr zweigeteilt. Die Wahlen am 26. Mai brachten einen bis auf zwei Mitglieder erneuerten Ortschaftsrat und Bernd Zimmermann als neuen Ortsvorsteher. Beide Gremien zusammen behandelten 59 Tagesordnungspunkte, darunter zuletzt auch die Diskussion um die Ansprüche  Bechtoldsweilers an den Stadtentwicklungsplan. Für dieses Jahr stehe der Grunderwerb für das Neubaugebiet an erster Stelle und auch die Unechte Teilortswahl stehe auf dem Prüfstand.

Ein Aufregerthema war 2019 laut Zimmermann die „chaotische Parksituation in der Rathausstraße“ gewesen. Mit einem Parkierungsplan konnte dem abgeholfen werden. Auf der Plusseite rangieren die neue Solaranlage auf dem Bürgerhausdach, die Anschaffung einer Albliege, eines Mitfahrbänkles und einer großen Plexiglas-Medaille vom Preisgeld für den 2. Platz im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Ein seltenes Jubiläum war die Ehrung von Werner Binanzer für 60 Jahre als Mesner der St. Wendelinskirche.

Zweites Bürgerfest am 26. Juni

Für dieses Jahr kündigte der Ortsvorsteher das 2. Bürgerfest am 26. Juni an. Das Bürgerhaus bekomme eine neue Beschallung und das Rathaus Schallschutztüren. Eine neue Linde am Friedhof wurde bereits gepflanzt und eine Kleinkinderschaukel für den Spielplatz am Ehrenwald sei gekauft und müsse nur noch aufgestellt werden. Mit umfassendem Dank beendete Bernd Zimmermann seine Ausführungen.

Mit einer Präsentation von Gerhard Berreth wurde dann noch einmal in Bildern auf 2019 zurückgeblickt.

In der Reihe „Bürger stellen ihr Hobby vor“ berichtete anschließend Gunter Baron sehr unterhaltsam von seinem „Leben mit Motorrad“. Drei Bikes des leidenschaftlichen Vielfahrers waren im Bürgerhaus aufgebaut: sein unspektakuläres „Wintermotorrad“, eine DKW Borgward 200 mit neun PS und drei Gängen, die Baron vor 45 Jahren als 17-Jähriger für 100 D-Mark gekauft und „mit Drahtbürse“ zu Laufen gebracht hat, und schließlich die unverwüstliche Yamaha, mit der er bis zu 38 000 Kilometer im Jahr zurücklegt. „Motorräder sind ein Teil meines Lebens“, bekannte der Referent. Das Schönste am Motorradfahren sei, das man auf zwei Rädern die entlegensten Orte erreicht und schnell Kontakt zu Menschen findet.

Beide Referenten, Berreth und Baron, erhielten für ihre Beiträge viel Applaus. Dann wurde das kalte Buffet eröffnet.

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Mitglieder hat der Ortschaftsrat Bechtoldsweiler. Davon sind drei Männer und zwei Frauen zum ersten Mal mit dabei. Das neue Gremium nahm vollzählig an der Neujahrssitzung teil.