Tübingen Neues Wohnquartier im Tübinger Süden für 500 Mieter

Tübingen / SWP 06.11.2013
Im Wennfelder Garten, am südlichen Stadtrand von Tübingen, entsteht ein neues Wohnquartier für rund 500 Menschen.

Es sind fast doppelt so viele Bewohner wie bisher, die dort in zwei Jahren ein neues Zuhause finden. Die schlecht isolierten Wohnblöcke aus den 1950er-Jahren mit 144 Wohnungen wiesen große funktionale Mängel auf. Sie machen jetzt Platz für insgesamt 13 Mehrfamilienhäuser mit hohem Wohnkomfort, errichtet nach neuestem Energiestandard und mit einem Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Tübingen. Es entsteht eine Mischung aus sozial geförderten und frei finanzierten Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen.

Die charakteristische grüne Siedlungsstruktur mit einem großen Teil des alten Baumbestands soll trotz der etwas dichteren Bebauung erhalten bleiben. Das war den Stadtplanern ebenso wichtig wie den Bewohnern und Nachbarn, die sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung zu Wort gemeldet hatten.

Die Jury aus Fachleuten, Mitgliedern des Gemeinderates und des Runden Tisches entschied sich für den Entwurf des Ulmer Büros Mühlich, Fink und Partner. Deren Entwurf bildet die Grundlage für den neuen Bebauungsplan, der seit Februar gültig ist. Ziel ist es, den Wennfelder Garten und das Französische Viertel besser als bisher miteinander zu verbinden.

Abriss und Neubau im Wennfelder Garten erfolgen in mehreren Phasen. Alle bisherigen Mieter, die das wünschen, bekamen in der Südstadt dauerhaft oder übergangsweise eine andere Wohnung. Sie haben nach Abschluss der Bauarbeiten die Chance, in ihr früheres Quartier zurückzuziehen. Als erstes baut jetzt die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG), später folgen weitere Neubauten der GSW (Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Sigmaringen).

Die GWG baut eine neue Wohnanlage mit insgesamt rund 4500 Quadratmeter Wohnfläche. "Wir schaffen an dieser Stelle deutlich mehr Wohnraum, in unmittelbarer Nähe zum beliebten Französischen Viertel und zum Naherholungsgebiet Schindhau", sagt Gerhard Breuninger, der Geschäftsführer der GWG. "Bislang waren es 26 Wohnungen. Bald werden es 64 sein, darunter 23 geförderte Sozialwohnungen, für die es in Tübingen eine lange Warteliste gibt."

Schon seit einiger Zeit engagiert sich die GWG dafür, das Angebot an Sozialwohnungen zu erhöhen. Fast überall in Deutschland ist der Bestand stark zurückgegangen, Tübingen stellt sich diesem bundesweiten Trend entgegen.

Gebaut wird auch eine Tiefgarage mit 58 Plätzen, sechs weitere Stellplätze auf dem Gelände kommen hinzu. Im Innenhof der Anlage richtet die GWG Fahrradabstellplätze ein, außerdem sind dort Spielbereiche geplant. Rund 14 Millionen Euro investiert die GWG für das Projekt. Die Sozialwohnungen sind zum Teil finanziert mit Mitteln aus dem Landeswohnraum-Förderprogramm. Im Herbst 2015 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann können die neuen Mieter und Eigentümer einziehen.

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