Hechingen Neues Tattoo-Studio heißt Nachtschwärmer

Sarah Oberger (links) und Jana Li Veseli freuen sich über den netten Empfang in Hechingen. Am 24. März eröffnen sie ihr Tattoo-Studio „Nachtschwärmer“ in der Schloßstraße 13.
Sarah Oberger (links) und Jana Li Veseli freuen sich über den netten Empfang in Hechingen. Am 24. März eröffnen sie ihr Tattoo-Studio „Nachtschwärmer“ in der Schloßstraße 13. © Foto: Judith Midinet
Hechingen / Judith Midinet 14.03.2018
Sarah Oberger und Jana Li Veseli öffnen am 24. März die Türen ihres Studios „Nachtschwärmer“.

Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert Mut. Eine große Portion davon haben die 27-jährige Sarah Oberger und die 29-jährige Jana Li Veseli. Sie werkeln derzeit an den letzten Details für die Neueröffnung ihres Tattoo-Studios Nachtschwärmer am 24. März. Doch was von außen mutig erscheint, ist bei den jungen Frauen Herzenssache: „Wenn man Spaß dabei hat, braucht es gar nicht so viel Mut“, sagt Sarah Oberger, „noch vor einem Jahr waren wir weit weg davon, dass wir uns selbstständig machen.“ Doch als sie den Laden in der Schloßstraße 13 gesehen hatten, war klar: „Da müssen wir was machen.“ Und dann ist es irgendwie ernst geworden

Die zwei jungen Frauen kommen beide aus Truchtelfingen und haben sich dort bei ihrem vorigem Arbeitgeber, der Lifestylegarage, kennengelernt. Sarah ist eigentlich Sozialversicherungsfachangestellte. Der „Zahlen-Daten-Fakten-Mensch“ ist sie geblieben, sorgt auch im neuen Laden im Hintergrund dafür, dass alles seine Ordnung hat, und führt Kundengespräche. „Aber jetzt bin ich in einem Bereich, in dem mir das Spaß macht“, erzählt sie. Ihre Mitgründerin Jana Li Veseli ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Motive. Als der gelernten Restaurantfachfrau der Platz für Tattoos auf ihren nicht einsehbaren Körperstellen ausging, war auch für sie klar: „Jetzt muss ich was ändern.“ Seit drei Jahren tätowiert sie.

Im neuen Studio in Hechingen beschäftigen die Gründerinnen noch zusätzlich zwei Angestellte. Dankbar sind sie für die Unterstützung und den freundlichen Empfang in der Zollernstadt. „Besonders Stadtmarketing-Koordinator Sigfried Wischke hat uns sehr geholfen“, erzählen beide. Ein bisschen strategisch war ihre Wahl für Hechingen auch, denn Tätowierstudios gibt es hier bislang noch nicht viele. Doch bei einem einfachen Tattoo-Studio wollen es die beiden nicht belassen: Ihr Konzept soll sich abheben, einen weiblichen Touch haben. Tattoos brauchen Zeit, „da ist es wichtig, dass wir uns bei der Arbeit wohl fühlen“. Und eben auch die Kunden. Ins Studio integriert ist eine Galerie mit Arbeiten von Indiga-Art. Dahinter verbirgt sich die Künstlerin Nadja-Verena Veseli, Jana Lis Schwester. Ein Beamer wird die Tattoo-Motive an die Wand projizieren. Ein Café gibt es für die Kunden und alle, die in das Studio reinschauen möchten. Bezahlt wird für Kaffee und Kuchen nach dem Motto: „Jeder gibt, was er denkt.“ Zum Angebot sollen später vielleicht noch Schmuck und Schuhe hinzukommen. „Wenn uns die Kreativität packt, dann stellen wir was her“, sagen die zwei voller Tatendrang. Der Name des Tattoo-Ladens – Nachtschwärmer – wird Programm sein: Die erste Woche im Monat ist das Geschäft immer von 17 bis 24 Uhr geöffnet. Zudem planen die zwei Frauen freitags und samstags Events mit Friseuren, Kosmetikschulen, einer Dread-­lockexpertin und einen Pole-Dance-Abend. Auch für Jungs ist was dabei: ein Fifa-Abend. „Wir wollen Leben in die Stadt bringen“, ist die Absicht der zwei.

Wichtig ist ihnen auch die offene Atmosphäre ihres Studios. Ein Tätowier-Platz steht sogar im Schaufenster. Gewollt ist, dass Leute zuschauen und sich trauen reinzukommen. „Viele Frauen, gerade zwischen 40 und 50 haben großes Interesse, trauen sich aber nicht in ein Tattoo-Studio“, wissen sie. Genau auf diese Kunden möchten sie abzielen, ein offenes Image pflegen. Tätowieren ist für sie nämlich eine Kunst und „kein dunkles Metier“.

Entspannt bis zur Eröffnung

Offiziell eröffnet wird der „Nachtschwärmer“ am Samstag, 24. März, im Rahmen des märchenhaften Einkaufssamstags in Hechingen. Gegen 13 Uhr tritt der Zauberer Dominik aus Reutlingen auf und zeigt Taschentricks von der Straße. Zudem gibt es für Kinder einen Stand mit Aufklebe-Tattoos und für die Großen 20-Prozent-Gutscheine auf richtige Tattoos. Bis dahin haben Sarah und Jana viel zu tun. „Wir sind relativ entspannt, es läuft gut“, sagen sie und sind sicher: „Wenn wir alles geben, gibt es keine Risiken.“

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