Absage Neuer Brunnenplatz in Höfendorf soll wenig Geld kosten

Die Sanierung des Brunnens sowie die Erneuerung der Sitzplätze an der Ortseinfahrt Höfendorf sollen zunächst mal reichen, sagt der Rangendinger Gemeinderat.
Die Sanierung des Brunnens sowie die Erneuerung der Sitzplätze an der Ortseinfahrt Höfendorf sollen zunächst mal reichen, sagt der Rangendinger Gemeinderat. © Foto: Sabine Hegele
Sabine Hegele 15.11.2017

Ortsvorsteher Gerd Beiter hatte seine Befürchtung schon in der jüngsten Sitzung des Höfendorfer Ortschaftsrates formuliert: „Mal sehen, was passiert. Wir werden vielleicht nochmal abspecken müssen.“ Genau so ist es. Auf Empfehlung von Bürgermeister Johann Widmaier und mit der Zustimmung des Rangendinger Gemeinderats wurde die Bauvergabe für die Neugestaltung des Brunnenplatzes am Montagabend zurückgestellt. Der zu hohen Kosten wegen.

Zwar hatte der Höfendorfer Ortschaftsrat schon in der Planungsphase gemeinsam mit dem Büro Gfrörer einen Wunsch nach dem anderen aufgegeben, um die zunächst mit 120.000 Euro kalkulierten Kosten für die Platzgestaltung auf 75.000 Euro zu reduzieren, doch auch das ist der Verwaltung und dem Ratsgremium zu viel.

Nicht in Zweifel zog der Rangendinger Rathauschef, dass der Brunnen saniert werden muss und außerdem eine neue Technik braucht, ebenso klar sei, dass die Sitzgelegenheiten erneuert werden müssen. Aber, hakte er nach: „Braucht der Platz wirklich einen zweiten Zugang? Und kann man die ihn umgebende Mauer nicht irgendwann später richten?“

Möglich ist wohl alles. Dennoch machte sich Joschka Joos vom Planungsbüro Gfrörer am Montagabend wie schon früher im Ortschaftsrat Höfendorf für einen zweiten Zugang auf den Brunnenplatz stark. Außerdem empfahl er, wenn die Mauer aus Kostengründen schon nicht erneuert werden kann, sie doch zumindest zu verblenden. Gar nicht mehr drin in der Berechnung ist das allseits gewünschte Wasserspiel, nachdem ein Mitstreiter aus dem Höfendorfer Gremium schon im Juni in Aussicht gestellt hatte, selbst für dessen Realisierung zu sorgen.

Abgesehen von den Kosten, wollte Bürgermeister Johann Widmaier mit der Neugestaltung des Brunnenplatzes keine Konkurrenz zur gleichfalls anstehenden – und vom Gemeinderat am Montagabend einmütig genehmigten – Sanierung und Aufwertung des Platzes Franz-von-Sales-Haus geschaffen wissen. Auch Magdalena Dieringer warnte davor, einen „Konkurrenzplatz“ zu schaffen, und teilte ebenso Widmaiers Meinung, dass es in einem ersten Schritt ausreiche, den Brunnen zu sanieren und die Sitzgelegenheiten auszutauschen. Ortsvorsteher Gerd Beiter nahm all das zur Kenntnis, konnte sich jedoch nicht verkneifen festzustellen, dass sich der Ortschaftsrat viel Arbeit und Mühe hätte sparen können, wenn er um die Bedenken von Verwaltung und Gemeinderat gewusst hätte. Zumal der Brunnenplatz in der aktuellen Haushaltsplanung noch mit 70.000 Euro berücksichtigt ist – „und wir schließlich nur noch um 5000 Euro drüber lagen“.

Wie auch immer: Der Gemeinderat stellte die Bauvergabe für den Brunnenplatz zurück und gab dem Büro Gfrörer mit auf den Weg, eine „Minimalplanung“ zu erarbeiten.

Ortsmitte auf den Weg gebracht

Vergabe Die Sanierung des Platzes Franz-von-Sales-Haus in Höfendorf ist auf den Weg gebracht. Das knapp 290 000 Euro teure Projekt, das der Gemeinde zu einem attraktiven Ortsmittelpunkt verhelfen soll, wird auf Beschluss des Rangendinger Gemeinderats umgehend öffentlich ausgeschrieben. Finanziell gefördert wird die Baumaßnahme durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum.

Wenn Kosten explodieren

Ganz zu Beginn der Sanierungsplanungen war für den Brunnenplatz von 10 000 Euro ausgegangen worden; für den Platz Franz-von-Sales-Haus von 140 000 Euro.