Hechingen Neue Reihe beschert Villa Eugenia neue Helfer

Das sind die Soulshapes (von links): Nobbe Schubert, Hacki Müller, Myra Pienaar und Peter Schick.
Das sind die Soulshapes (von links): Nobbe Schubert, Hacki Müller, Myra Pienaar und Peter Schick. © Foto: privat
Hechingen / Ernst Klett 11.09.2018
Mit „Sonntag Sounds nach Sechs“ erreicht der Förderverein ein anderes Publikum und gewinnt nebenbei Verstärkungen.

Wenn es stimmt, das man immer an der Musik kleben bleibt, mit der man erwachsen geworden ist, dann wird’s eng in der Villa Eugenia. Wieder eng. Denn die neue, je nach Hörgeschmack äußerst wertvolle Reihe mit diesem nur leicht komplizierten Titel „Sonntag Sounds nach Sechs“ geht an diesem Sonntag, 16. September, um, na klar, 18 Uhr, in die zweite Runde. Nach dem Trio Cajon, für das man schon erheblich nachstuhlen musste und die zu spät Gekommenen eben nicht sitzen konnten, geben sich jetzt die Soulshapes aus dem Großraum Stuttgart die Hechinger Ehre.

Friedrich Zimmermann, Maler und Bildhauern, der in der Villa Eugenia schon als Ausstellender reüssiert hat und seit diesem Jahr stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins ist,macht die Termine mit der etwas anderen Musik als sonst. Ganz nebenbei gestaltet er auch die Werbeplakate und Flyer für das neue Format. Und er betätigt gegenüber der HZ gern ein weiteres Mal die Werbetrommel: Die Musiker, die er engagiert hat für die fürs Volk renovierte einstige Fürstenresidenz, sind durchweg Profis. Man darf die Messlatte an die Qualität also getrost hoch bis ganz hoch hängen. Gemeinhin ist ja alles, das für Hechinger Konzertsäle verpflichtet wird, halbwegs Weltklasse, aber wenn der Albstädter mit Wohnsitz Hirschau und Atelier im schönen Dußlingen zur Sache schreitet, dann kann man ihm das ohne Skrupel abnehmen.

So ist der Bandleader der Soulshapes, Peter Schick (Gitarre, Gesang), ein Urgestein der Stuttgarter Rockmusik. Urgestein? Da haben wir das Stichwort. Die nächste Sonntagsmusik in der Villa kommt aus der vermeintlichen Mottenkiste: Das Quartett serviert Rock und Soul aus den 60er- und 70er-Jahren. Allerdings nicht die üblichen Wir-spielen-genau-das-Original-Cover, sondern in der Soul­shapes-Version. Das heißt: unplugged, also möglichst ohne elektrischen Krimskrams. Das wiederum bedeutet wohl, dass man es niemals erleben wird, dass verzerrte E-Gitarren durch die noblen Räume dröhnen.

Die Titel, die auf der Setlist der Stuttgarter Band stehen, brauchen bei der Generation Sehhilfe keine weiteren Erklärungen: Route 66, It’s all over now, Baby Blue, Riders on the Storm, Me & Bobby Mc Gee (natürlich in der Janis-Joplin-Version, wieso spielt kein Mensch das Original von Kristofferson?), Nights in White Satin und noch viele Herzklopferle mehr. Damit sind die Original­interpreten, die am Sonntag im Fürstengarten wieder lebendig werden, schon genannt – Stones, Hendrix, Doors, Dylan und munter so weiter. Myra Pienaar, die Sängerin der Soulshapes, hat ihre Heimat Südafrika mit einem Zuhause im schnöden Degerloch getauscht. Sie kann aber eine „Pata pata“-Version hinlegen, bei der Miriam Makeba ehrfurchtsvoll den Sonnenhut ziehen würde. Das sagt Friedrich Zimmermann, und wir sind darauf ebenso gespannt wie auf den Rest des Sonntagabendprogramms.

An „Sonntag Sounds nach Sechs“ ist Angelika Kalchert vom Förderverein Villa Eugenia mitbeteiligt. Die Programmmacherin der Villa setzt große Hoffnungen auf Kollege Zimmermanns jüngsten Wurf. Denn: „Damit wollen wir ein neues und jüngeres Publikum hinzugewinnen.“ (An dieser Stelle ist unbedingt anzufügen, dass die HZ am Sonntagabend genau den Altersdurchschnitt ermitteln wird!)

Angelika Kalchert sieht sich derweil schon nach dem Auftakt mit dem Trio Cajon bestätigt: Da kamen tatsächlich ganz andere Gesichter, und die fühlten sich derart angesprochen, dass die Aussichten, auf diese Weise die dringend benötigten, zusätzlichen Aktiven für den Förderverein zu rekrutieren, teilweise schon allerbestens sind. Das führt beim befeuerten Duo Zimmermann-Kalchert zu höchster Zufriedenheit, nachdem die bisherigen Appelle in die Bürgerschaft durch Vereinschef Joachim Wien bislang ohne Resonanz geblieben sind.

Info Das Konzert an diesem Sonntag beginnt um 18 Uhr, der Einlass ist eine Stunde früher. Karten kosten im Vorverkauf 17 Euro und sind bei der Buchhandlung Welte zu haben. Abendkasse: 19 Uhr, Ermäßigung für Schüler und Stunden: zehn Euro.

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