Im Römischen Freilichtmuseum will man jetzt einem weiteren Rätsel auf die Spur kommen. Die geplante Prospektion, also die geologische Untersuchung, könnte ein weiteres sensationelles Ergebnis zutage fördern, schreibt Gerd Schollian, der Vorsitzende des Fördervereins. Einem der  vielen  bis heute ungeklärten Rätseln um die Bedeutung des römischen Landgutes vor rund 1900 Jahren will der Förderverein nun auf die Spur kommen: War der schon vor Jahren entdeckte große Gebäudekomplex im Osten der Anlage ein zweiter großer Risalitbau, ähnlich des römischen Hauptgebäudes?

Wie so viele Gebäude, so hatte der Vorsitzende des Fördervereins schon vor mehreren Jahren inmitten eines Eichenwaldes Mauerzüge eines großen, rund 60 auf 25 Meter großen Bauwerks entdeckt, den er als Risalitbau deutete, einen hervorspringenden Gebäudeteil. Aufgefallen war Gerd Schollian ein Hügel, der für ihn so richtig nach einem Schutthügel aussah. Vorgenommene Sondagen, Schnitte durch das Gelände, bestätigten die Annahme.

In der Reihenfolge der weiteren Erforschung der Gesamtanlage soll nun nach Jahren, und zwar ab diesem Frühjahr, dieser Fund durch Prospektionen untersucht werden.

Zuvor war Gerd Schollian beauftragt worden, seine früheren Geländeschnitte wieder aufzudecken, um die anstehenden Arbeiten zu erleichtern. Zu Hilfe kamen ihm früher erstellte Skizzen über die Fundstellen. Dr. Klaus Kortüm, leitende Archäologe und verantwortlich für Stein, begutachtete unlängst die Fundstelle. Auch er vermutet nach Augenscheinnahme der freiliegenden Mauern  und der im vergangenen Herbst vorgenommenen geomagnetischer Aufnahmen einen großen Risalitbau. Das allerdings ist untypisch für einen Gutshof und wie so vieles rätselhaft, was die Anlage in Stein betrifft. So deutet Kortüm erstaunt den Befund.

Auch diesem Fall scheinen Teile des Gebäudes südwärts gekippt zu sein, was der Wissenschaft wertolle Erkenntisse über den baulichen Zustand eines so großen und imposant anzuschauenden Bauwerks bringen kann. Gerd Schollian würde am liebsten das ganze Bauwerk ausgraben und der Öffentlichkeit zugänglich  machen.

Weit entfernt, ganz im Norden der Anlage, soll in den nächsten Wochen die Untersuchung eines weiteren Bauwerks abgeschlossen werden. Umgestürzte Mauern deuten dort auf ein Gebäude mit einer Größe von über 30 auf 20 Metern Ausmaß hin. Die Giebelwand ist nicht südwärts, also hangabwärts, sondern bergseits umgestürzt, was die Frage eines großen Erdbebens wieder wach ruft, das sich vor gut 1900 Jahren ereignet haben könnte.

Verein sucht Grabungshelfer

Um zügig mit den Arbeiten unter der Leitung von Thomas Schlipf vom Amt für Denkmalpflege voranzukommen, ist der Förderverein für  ehrenamtliche Mithilfe aus der Bevölkerung sehr dankbar. Gegraben wird nach Ostern, jeweils an Werktagen. Wer Interesse an dieser interessanten Arbeit hat, kann sich an Gerd Schollian wenden oder mailen an: info@villa-rustica. Walter Neidhart-Keuler, der für die Grabung Verantwortliche des Fördervereins, gibt nähere Auskünfte.

An Ostern ins Römische Freilichtmuseum


Grüße aus der Antike Das Flair einstigen römischen Landlebens vor rund 1900 Jahren goutieren und dabei auf der herrlich gelegenen Panoramaterrasse Kaffee und Kuchen genießen – das bietet  in der weiten Region nur das Römische Freilichtmuseum. Ein Besuch des sehenswerten Museums, das informativ das Leben der römischen Landbevölkerung vor gut 2000 Jahren schildert, sollte schon eingeplant werden, empfiehlt der Förderverein, und dem kann man nur zustimmen.

Auch ohne Museum Wer allein auf die Aussicht über die römischen Anlagen bei Bier und Wein Wert legt, also keinen Besuch des Museums wünscht, für den ist in Stein freier Eintritt geboten. Auch für Wanderer und Radfahrer sind rund um Stein mit Blick in das Starzeltal und auf die Höhen der Schwäbischen Alb genügend Gelegenheiten geboten, um einen schönen Tag oder schöne Stunden zu genießen.

Noch im Werden Aber auch in den noch im Bau befindlichen „Heiligen Bezirk“ des Freilichtmuseums sollte ein Blick getan werden, empfiehlt der Förderverein. Das Freilichtmuseum und die herrliche Panoramaterasse sind täglich in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet, auch am Ostermontag.