Schlatt Neue Gässle-Brücke weiter im Werden

Schlatt / EUGEN PFLUMM 30.10.2014
Die Planungen für die Schlatter Gässle-Brücke laufen auf Hochtouren. Schon im neuen Jahr, so die Information im Ortschaftsrat, soll der Neubau kommen.

Es bewegt sich wieder etwas in Sachen Hochwasserschutz im Hechinger Killertal-Stadtteil. Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Schlatt informierte Ortsvorsteher Jürgen Schuler seine Ortschaftsrääte und seine Mitbürger.

Einen Sachstandsbericht zum Hochwasserschutz bei der Gässle-Brücke erstattete Ortsvorsteher Jürgen Schuler im Rahmen der jüngsten Schlatter Ortschaftsratssitzung am Montag. Der Gemeindechef bedauerte, dass aktuell noch keine Pläne zum Neubau des Brückenbauwerks vorliegen. Ein Neubau sei unumgänglich, da es wegen des Junginger Fehlens in einem Zweckverband nicht möglich sei, oberhalb von Schlatt Wasserrückhaltemöglichkeiten zu schaffen, meinte der Schlatter Gemeindechef. Also müsse man sich innerorts behelfen.

Brücke und Uferbereich seien bei einem Vor-Ort-Termin durch Vertreter der Stadt- und Ortschaftsverwaltung zusammen mit den Anliegern und dem mit der Neubauplanung beauftragten Ingenieurbüro Markus Heberle aus Rottenburg besichtigt worden, wusste Jürgen Schuler weiter zu berichten. Die Grundstücksbesitzer habe man hinzugezogen, weil diese von ihren Gärten eine bestimmte Fläche für die Ufergestaltung abgeben müssen.

Bei der Planung der neuen Brücke orientieren sich die Architekten an dem Wert "HQ100". Dieser Begriff beschreibt die Abflussmenge eines Gewässers, die im statistischen Mittel in 100 Jahren einmal erreicht oder überschritten wird - umgangssprachlich beziehungsweise einfacher ausgedrückt: das 100-jährige Hochwasser.

"Die Verbreiterung des Brückendurchflusses um zwei Meter reicht dafür aber leider nicht aus", bedauerte der Ortsvorsteher. Es gelte auch die Höhe zu erweitern, was aufgrund der örtlichen Begebenheiten aber nicht grenzenlos umgesetzt werden könne.

Aus diesem Grund sei es unumgänglich, von den Anliegern Flächen zur Uferumgestaltung in Anspruch zu nehmen. Diese hätten die Wichtigkeit des Vorhabens jedoch erkannt und komplett zugestimmt, freute sich Schuler. Dann ging der Ortsvorsteher auf die Überschwemmungsflächen und deren Grenzen ein. Auch diese sind aufgrund der Erhöhung der Sicherheit bei Hochwasser unumgänglich. Im Bereich der Gewässerrandstreifen müssen bauliche Änderungen zudem mit den Behörden abgestimmt werden. Dort dürfen auch keine Holzstapel, Ablagerungen oder ähnliches mehr platziert werden.

Für die neue Gässle-Brücke wurden Investitionskosten von 600 000 Euro veranschlagt. Der Plan für das Bauwerk wird nach Auskunft von Jürgen Schuler bis Ende des Jahres vorliegen. Die Neubauarbeiten sollen im kommenden Jahr in Angriff genommen werden, allerdings muss zuvor die alte Brücke komplett abgerissen werden.

Auf den Monat des Baubeginns wollte sich der Schlatter Rathauschef dann allerdings nicht festlegen. Er meinte aber, dass es "sicher kein Monat sein wird, in dem es viel Regen geben kann". Der Abschluss der kompletten Bauarbeiten wird nach Ansicht Schulers im Mai oder Juni 2016 liegen. "Bis dahin bleibt nur die Hoffnung, dass wir von immensen Starkregen verschont bleiben", sagte der Ortsvorsteher.

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