Hechingen Neue Fenster in Marienheim-Kapelle werden bunt

Marek Leszcynzki bemalt Glasfenster  in der Kapelle des neuen  Marienheims.
Marek Leszcynzki bemalt Glasfenster in der Kapelle des neuen Marienheims. © Foto: Sabine Hegele
SABINE HEGELE 05.04.2013
Die Begegnung von Maria und Elisabeth (beziehungsweise die Heimsuchung) wird künftig die Fenster der Kapelle im Marienheim zieren. Mit der Glasmalerei beauftragt ist der Künstler Marek Leszczynski.
Marek Leszczynski hatte den Verantwortlichen verschiedene Motivvorschläge unterbreitet, auch solche etwas abstrakterer Natur, doch sollte es schließlich das Motiv der Heimsuchung sein. Darauf hatte sich der für die Ausgestaltung der neuen Marienheim-Kapelle formierte Ausschuss verständigt.

Seit dieser Woche nun ist der 63-jährige Künstler vor Ort, um seinen Entwurf – von ihm inzwischen in den Maßen 3,10 auf 2,30 Meter auf originale Fenstergröße zu Papier gebracht – auf Isolierglas zu übertragen. Dazu arbeitet er mit speziellen Glasfarben (die sich ebenso zur Prozellanmalerei eignen), die sowohl wasser- als auch lösungsfest sind.

Marek Leszczynski nennt seine Arbeit in der Marienheim-Kapelle „sehr besonders“ – weil es das erste Mal ist, dass er ein sakrales Motiv auf Glas bringt, noch dazu in solch’ stattlicher Größe. Wichtig war und ist ihm bei der Farbgebung, dass sie in den kleinen Altarraum passt – und das tut sie.

Vom Foyer durch Glastüren abgetrennt, ist die Stätte der Andacht in warmen Gelbtönen gehalten – und auch in der Glasmalerei des Künstlers dominiert die Farbe Gelb, ergänzt um sanfte Blau- und Grüntöne.

Die besondere Herausforderung beim bildhaften Schaffen der Heimsuchung besteht für den 63-Jährigen unter anderem darin, keinen noch so kleinen Fehler machen zu dürfen – weil sich der kaum rückgängig machen ließe. Schon damit wird selbst dem Laien klar: Direkt auf Glas zu malen ist etwas völlig anderes, als an der Staffelei zu stehen und mit dem Pinsel auf Leinwand zu arbeiten.

Dazu steht Marek Leszczynski ein kleines bisschen unter Zeitdruck, denn schon nächsten Freitag, zur offiziellen Einweihung des neuen Marienheims, soll er sein Werk fertiggestellt haben. Damit es die Gäste – wie natürlich auch die Heimbewohnerinnen und -bewohner – bewundern können. Darunter werden sich ganz sicher auch Besucher finden, die von sich behaupten dürfen, die Glasmalerei mitfinanziert zu haben. Sofern sie im Rahmen der Gute-Taten-Aktion der Hohenzollerischen Zeitung 2011 zu den Spendern für die Fenster der Kapelle gehörten. Exakt 4140 Euro waren damals für eben diese zusammengekommen!

Noch ein Wort zu den in der Zeit dieser Weihnachtsaktion völlig überraschend aufgetauchten, bleiverglasten Fenstern, die wahrscheinlich noch aus der Gründungszeit des alten Marienheims vor 115 Jahren stammen: Auch sie sollen das neue Marienheim irgendwann einmal schmücken – wenn sie, die sie größtenteils nur in kleinen Scherben erhalten sind, denn wieder zum einem Ganzen zusammengefügt wurden.