Hechingen Neue Beratungsstelle für Behinderte

Bei der Eröffnung der Hechinger Beratungsstelle für Behinderte mit dabei: Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (2. v. r.), Bundestags­abgeordneter Martin Rosemann (hinten Mitte), stellvertretender Bürgermeister Manfred König (rechts neben ihm), Vorstandsmitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe sowie Kerstin Horbach und Johanna Dieter (vorne), die zum Programm beitrugen.
Bei der Eröffnung der Hechinger Beratungsstelle für Behinderte mit dabei: Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (2. v. r.), Bundestags­abgeordneter Martin Rosemann (hinten Mitte), stellvertretender Bürgermeister Manfred König (rechts neben ihm), Vorstandsmitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe sowie Kerstin Horbach und Johanna Dieter (vorne), die zum Programm beitrugen. © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / Hardy Kromer 08.05.2018
Staatsministerin Widmann-Mauz hat im Oldtimermuseum eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung eröffnet.

Das hat es bisher in der Region noch nicht gegeben: eine Beratungsstelle für Behinderte, die völlig unabhängig ist von Trägern, die Leistungen erbringen (wie Lebenshilfe oder KBF), und Kranken- oder Rentenkassen, die diese Leistungen bezahlen. Am Montagnachmittag wurde eine solche EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatungsstelle – im Haus des Hechinger Oldtimermuseums, Obere Mühlstraße 7, eröffnet. Sie wird getragen von der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Baden-Württemberg und versteht sich als Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung aus dem ganzen Zollernalbkreis.

Und weil diese neue Beratungsstelle so etwas Besonderes ist, fehlte es bei der Einweihungsfeier nicht an Politprominenz: Grußworte sprachen sowohl Annette Widmann-Mauz (CDU), Staatsministerin im Kanzleramt, als auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann. Widmann-Mauz nannte es „sehr schön“, dass es diese Beratungsstelle in Hechingen gebe. Diese sei Teil des neuen Bundesteilhabegesetzes und solle dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung ihre Rechtsansprüche nicht nur auf dem Papier hätten, sondern auch Kenntnis von den Möglichkeiten vor Ort bekämen.

Besonders betonte die Staatsministerin die Unabhängigkeit der neuen Einrichtung. Wer sich dort beraten lasse, sei eben nicht gleich Teil eines Geschäftsmodelles. Der Grundsatz der Behindertenarbeit „Nicht ohne uns oder über uns, sondern mit uns“ könne hier gelebt werden und werde der Beratungsstelle hohe Akzeptanz verleihen. Dass die Beratung kostenlos sei, wertete Widmann-Mauz als eine weitere Form der Barrierefreiheit. „Die Menschlichkeit ist ein unerschöpflicher Gegenstand“, zitierte sie Friedrich den Großen – und wünschte viele erfolgreiche Beratungsgespräche.

„Wer Anspruch auf Teilhabeleistungen hat, bekommt diese wie aus einer Hand“, nannte Martin Rosemann ein wichtiges Ziel des Bundesteilhabegesetzes. Unabhängige Beratungsstellen tragen seiner Ansicht nach dazu bei, „die Position dessen, der die Ansprüche hat, zu stärken“ – gerade gegenüber den Leistungsträgern und -erbringern.

Hubert Seiter, Vorsitzender Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, stellte Marion Linder, die Leiterin der Beratungsstelle, vor und verteilte Vorschusslorbeeren: „Sie lebt Inklusion seit Jahrzehnten, beruflich und privat, haupt- und ehrenamtlich.“ Marion Linder kommt aus Onstmettingen und bringt als Vorsitzende des Bundesverbandes der evangelischen Behindertenhilfe vielfältige Kontakte und Erfahrungen mit.

Der Hechinger Bürgermeister-Stellvertreter Manfred König und der Kreisbehindertenbeauftragte, Rosenfelds Bürgermeister Thomas Miller, äußerten sich gleichermaßen froh, dass es diese Geschäftsstelle jetzt gibt. Diese Freude teilte auch Kerstin Horbach, die aus der Sicht der Betroffenen berichtete. Sie habe mit Beratungsstellen, die an einzelne Träger gebunden seien, schon viele negative Erfahrungen gemacht, sagte sie. Umso wichtiger sei es, dass es für die Menschen mit Behinderung im Kreis jetzt eine unabhängige Beratungsstelle gebe. „Alle machen sich auf den Weg, um uns die Wege zu ebnen“, lobte sie diejenigen, die die Beratungsstelle möglich gemacht haben. Dazu zählen auch Georg Lohmüller, der Leiter des Oldtimermuseums, und Carlos Rietz, die Kerstin Horbach bei einer Rallye kennengelernt hat.

Musikalisch bereicherten Johanna Dieter, Christa Hauser und Anne Dieter die Feier. Bei „Rock my Soul“ sangen alle mit.

Ab sofort werktäglich geöffnet

Die EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatungsstelle) für Menschen mit Behinderung ist ab sofort im Hechinger Oldtimermuseum, Obere Mühlstraße 7, geöffnet. Die Leiterin, Marion Linder, ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie nach telefonischer Terminabsprache unter 0174/197 0421 zu sprechen.

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