Stein Neue Angebote zahlen sich aus

DIETER ILG 29.10.2014
Spricht man den Vorsitzenden des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum Stein auf die Saison 2014 und den Stand des Vereins an, erlebt man dieses Jahr eine Überraschung: Gerd Schollian ist zufrieden!

Die Riesenarbeit, die sich die Aktiven des Steiner Fördervereins mit dem Unterhalt und der Entwicklung von Museum, Anlage und archäologischem Bestand gemacht haben, hat sich dieses Jahr besonders ausgezahlt. Reichlichen Zuspruch fanden die zahllosen Führungen mit Schulklassen, Vereinen und Gruppen ebenso wie das Angebot auf der Kioskterrasse. Dort genossen Besucher gerne das satte Lebensgefühl des reichen Villa-Besitzers in der Antike, aber auch durchaus neuzeitlichen Kaffee und Kuchen mit grandiosem Ausblick. Neuerdings ergänzen mit Freude angenommene gesellige Samstagabende mit Musik das Angebot.

An verschiedenen Sonntagen bevölkerten zahlreiche Kinder bei spannenden Veranstaltungen in kreativer Weise die Römervilla. Die Begeisterung war stets riesengroß. Vielfach genutzt wurde ebenfalls die einmalige Fest- und Feiergelegenheit in der Portikushalle, besonders seit die Gäste nicht mehr der Zugluft ausgesetzt sind.

Nun ist die vielbeachtete prachtvolle Anlage natürlich nicht ohne Konkurrenz. Deshalb wird man in Stein niemals müde, neue Ideen und Einrichtungen zu verwirklichen: Die Container für die Büros und die Lagerräume der Archäologen wurden verlegt; an ihre Stelle treten ab 2015 eine weitere Remise für Arbeit und Spiel zusätzlicher Schulklassen. Die immer zahlreicher werdenden wissbegierigen Besucher werden ab Frühjahr 2015 unter einem weiter ausladenden Vordach Schutz vor dem Wetter finden - auch wenn sich die Villa rustica meist stilgerecht von ihrer südlich schönen Seite zeigt.

Das Freilichtmuseum in Stein, und dessen ist man sich in der Stadt durchaus bewusst, leistet einen substanziellen Beitrag zum Hechinger Tourismus-Angebot. Dem dienten im ablaufenden Jahr etliche Veranstaltungen, die etwa 25 000 Besucher, teils von weit her, in die Zollernstadt lockten. So strömten am 10. Mai (im Zusammenhang mit der Sonderausstellung zum Athena-Marsyas-Mythos) viele Interessenten in die Portikushalle zum Konzert mit antiken Instrumenten. Justus Willberg, Direktor der Weißenburger Musikschule, verstand es meisterhaft, die antiken Instrumente Kithara und Aulos zu wohlklingendem Leben zu erwecken.

Spannend für alle Beteiligten, Veranstalter wie Gäste, sind jedes zweite Jahr die Römerfeste: Wird das Wetter halten? Werden die Leute kommen? Wie wird der finanzielle Ertrag sein (von dem der Förderverein in besonderer Weise abhängt, sind doch, abgesehen von Stadt und Landkreis, Sponsoren eher rar)? Dieses Jahr verfolgten 8000 begeisterte Interessenten das allseits hoch gelobte Programm "Alamannen im Dienste Roms".

Großes Wetterglück begünstigte ebenso den Ablauf, die Besucherzahl und den Erfolg des Alleinstellungsevents "Römer im Schein der Fackeln", dessen gruselig-schaurige Atmosphäre wie schon seit 2012 großen Anklang fand.

Der Förderverein steigerte aber nicht nur die Popularität und Wettbewerbsfähigkeit des Freilichtmuseums, er widmete sich in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt auch der wissenschaftlich-archäologischen Weiterentwicklung der Forschungen auf der Anlage unter Führung des Archäologen und wissenschaftlichen Leiters, Dr. Stefan Schmidt-Lawrenz. So führten Grabungen an zwei Stellen zu wichtigen Funden auch aus vorrömischer Zeit und zu neuen Erkenntnissen. Zudem erfordert das vom Vorsitzenden schon vor Jahren entdeckte, 65 auf 25 Meter große "neue" Gebäude wesentliche Neuplanungen. Dem Verein steht dazu eine treue und schlagkräftige Ausgräbermannschaft zur Seite.

Überhaupt sind es starke Teams, welche die Hauptlast tragen: neben den Ausgräbern das Kiosk-, Back- und Bastelteam, das Gastronomieteam, das Team der sachkundigen Führerinnen und Führer, das technische Team, das die gesamte Anlage pflegt und erweitert - in Stein wird das Ehrenamt groß geschrieben. Nicht zu vergessen ist natürlich der gesamte Vorstand des Vereins, der zuverlässig die Gesamtverantwortung wahrnimmt.

Fazit: ein zufriedener und stolzer Vorsitzender Gerd Schollian. Aber eigentlich hat die ganze Stadt Hechingen Grund, um mit dem Verein zufrieden und auf das Freilichtmuseum stolz zu sein.

Info Wer die Villa rustica besichtigen will, der hat dazu nur noch Gelegenheit bis Sonntag, 2. November.