Stadtrat Frank Balbach (FWV) hat im Bauausschuss des Gemeinderates ein ziemlich heißes Eisen angefasst: Weil die allgemeine Nachfrage insbesondere nach günstigerem Wohnraum immer größer wird, sollten auch die Teilorte am sozialen Wohnungsbau beteiligt werden. Enges Bauen also nicht allein in der Kernstadt. Hechingens Erste Beigeordnete Dorothee Müllges reagierte mit dem in diesen Fällen fast immer fälligen Kommentar: „Das nehmen wir mit!“ Kein Problem. Mit dem Austellungsbeschluss ist man erst am Beginn des Verfahrens. Einiges geht noch.

Ob rechterseits am Ortseinang von Bechtoldsweiler einmal Wohnblöckle stehen werden, darf wohl schwerpunktmäßig in Frage gestellt werden. In bester Lage sind auf 21 Plätzen Einfamilien- und Doppelhäuser auf vergleichsweise großen Plätzen vorgesehen. Die Quadratmeterzahlen reichen von 480 bis 680. Das empfand Almut Petersen (Bunte Liste) gegenüber anderen Gebieten als hinterfragenswert, und Werner Schmidt (FWV) nannte ebenfalls das Stichwort „Verdichtung“. Die Fläche soll außerdem Platz für den zukünftigen Kindergarten von Bechtoldsweiler bieten.

Zuerst allerdings muss das Baugebiet selbst Wirklichkeit werden. Und da gibt es, wie schon vergangene Woche aus dem Ortschaftsrat Bechtoldsweiler berichtet, durchaus Gefahren. „Das ist in der Tat noch nicht in trockenen Tüchern“, sagte der scheidende Ortsvorsteher Günther Konstanzer. Und er erklärte nochmal, woran es klemmt: von den über 30 Grundstückseigentümern hatten bislang eigentlich 28 einen Verkauf zugstimmt, und einer, der nicht wollte, konnte umgestimmt werden. Allerdings gab es auf der anderen Seite wieder überraschende Rückzieher. Weil es schwierig werden würde, ist „Mittelwies“ ohnehin schon in zwei Abschnitte aufgeteilt worden. Eine vergleichsweise große Grünfläche ist integriert als Nicht-Bauland.

Fachbereichsleiterin Helga Monauni baute im Bauausschuss weiter Druck auf. Mit dem Aufstellungsbeschluss für dieses Baugebiet, dass es wirklich brauche, gebe die Stadt jetzt ein Signal und setze gleichzeitig eine Frist. Danach gehe es weiter – oder nicht. Sollte „Mittelwies“ scheitern, könnte dieses Areal im Flächennutzungsplan dann auch anders ausgewiesen werden – mit allen Konsequenzen. Das hieße wohl: kein Bauland mehr!

Günther Konstanzer appellierte gleichzeitig an die Verantwortung der Grundstücksbesitzer, welche diese für das Neubaugebiet hätten – und ebenso für den ersten Kindergarten im Dorf, den es dringend braucht.

Das von Almut Petersen angeregte Energiekonzept will Helga Monauni prüfen lassen. Mehrgenerationenwohnen, Petersens weiteres Thema, soll möglich sein. Einen dringenden Rat gab Andreas Bogenschütz (CDU) der Stadt: Die Erschließungskosten sollten nicht eine Höhe erreichen, dass Einheimische passen müssen und bevorzugt Menschen aus Tübingen Häuser hinstellen.

Ein Jahr für „Furth“

Sehnlichst erwartet wird auch im Nachbarort Stein das neue Baugebiet. Mit „Furth“, das am Ortseingang von Stein her elf Plätze bringen soll, ist man viel, viel weiter. Der Bauausschuss hat dem Gemeinderat den Satzungsbeschluss empfohlen. Die Umsetzung hat ein Jahr gedauert, und schnell soll’s kaum gehen können. In der „Furth“, die nur Spielstraßen haben wird, sind die Bauplätze zwischen 425 und 615 Quadratmeter groß. Einen Schmerz gibt es allerdings auch noch an der Starzel: Noch-Ortsvorsteher Klaus Schetter bat im Auftrag des Ortschaftsrates inständig darum, das Ortsschild aus Gründen der Tempobegrenzung nach vorne zu versetzen.

Schlatts Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Jürgen Schuler blickte bei diesem Stichwort erwartungsvoll: Im Killertal weiß man seit neuestem, dass Ortsschilder beidseitig von bebauten Flächen gesäumt werden müssen. Das könnte auch in Stein schwierig werden.