Hechingen Nein zu hellen Nächten

HORST BENDIX 22.03.2014
Unsinnige Eingriffe in die Natur sind dem Nabu ein Dorn im Auge. Nicht nur zum geplanten Bau von Pumpspeicherbecken sagen die Naturschützer Nein. Auch "Lichtverschmutzung" wird angeprangert.

Ins 22. Jahr geht der 400 Mitglieder zählende Hechinger Naturschutzbund. Stets ist er wachen Auges, wenn es um Naturbelange geht. Die hohe Mitgliederzahl gibt dem Verein großes Gewicht im politischen Raum. Die Adressaten hören es, wenn der Nabu protestiert.

Bei der Hauptversammlung am Donnerstag im Bildungshaus St. Luzen nannte Vorsitzender Gert Rominger einige Beispiele. So seien die Streuobstwiesen in der Kernstadt ungepflegt, weil es keinen Obst- und Gartenbauverein gibt und auch die Verpachtung problematisch sei. Moniert wurden die Kahlschläge entlang der B 27. Die Strecke bei Bad Sebastiansweiler gleiche einem "Trümmerfeld", befand Rominger, wobei die Fällungen "nichts mit dem Ausbau B 27 zu tun" hätten. Bedauerlich sei, dass die beiden Blutbuchen am Obertorplatz Pilzbefall aufweisen und wohl gefällt werden müssen. Das sei ein herber Verlust für viele Anwohner. Schon lange ein Dorn im Auge des Nabu sei das nächtliche Anstrahlen von Burgen, Ruinen und Kirchen. Der Nabu werde sich, so Rominger, an das Ordinariat der Erzdiözese Freiburg wenden, um die "Lichtverschmutzung" einzudämmen.

Über das Nabu-Jahr 2013 zog Rominger ein positives Fazit. Man sei dem Verein "Schwäbisches Streuobstparadies" beigetreten. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Hechinger Stadtbaumeister Gert Gaebele sei angenehm. Mit Unterstützung von Landrat Pauli würden Bauhöfe und Straßenmeistereien in der Grünpflege an Straßen und Wegen fachgerecht geschult. Ferner plane das Landratsamt, einen Heckenlehrpfad anzulegen.

Mit vielen interessanten Exkursionen und Veranstaltungen bestückt ist das diesjährige Programmheft des Nabu. Schwerpunkte werde dieses Jahr der Amphibienschutz am Hauser Hof in Richtung Weilheim, das Arteninventar Schafwasen und die Mitwirkung an Amphibien- und Reptilienerfassung sein. Weitere Artenschutzmaßnahmen sind die Nistkastenpflege, Beschaffung und Anbringung von Hornissenkästen, die Untersuchung der Vorkommen von Bechsteinfledermäusen in St. Luzen, Flugbewegungen im Stadtwald mit Detektoren, das Anbringen von Fledermauskästen an Jagdkanzeln sowie die Fortführung der Greifvogel-Kartierungen durch Wolfgang Fuchs und Hans-Martin Weisshap.

Kassenverwalter und Nabu-Kreisvorsitzender, Hans-Martin Weisshap, berichtete, dass für ein Naturschutzprojekt am Bodensee rund 3000 Euro an den Landesverband freiwillig abgeführt wurden. Marieluise Müsse und Ulrich Knoll bestätigten eine einwandfreie Kassenführung. Nach der Entlastung gab es Neuwahlen. Gewählt wurden 1. Vorsitzender Gert Rominger, seine Stellvertreter Jürgen Detel, Wolfgang Fuchs und Hans-Martin Weisshap (auch Kassenwart). Ulrich Knoll und neu Christa Holland-Moritz sind Kassenprüfer.

Protest gegen Pumpspeicherbecken