Eine schöne und erhebende Narrenmesse wurde am Fasnetsdienstag in Hechingen gefeiert. Die St.-Jakobus-Kirche war mit Girlanden und bunten Luftballons geschmückt. Brennende Kerzen in den Kirchenbänken markierten – in gebührendem Abstand – die Sitzplätze für die zirka 60 angemeldeten Besucher. Die meisten von ihnen waren verkleidet. Es waren alle Hechinger Narrenvereine und -gruppen vertreten: Narrhalla, Hagenmann Hexen, Hudelgai Bätscher, Gugguba, Scampolos und Narrengilde.
„Alles war ganz spontan und hat trotzdem gut geklappt“, freute sich Pfarrer Michael Knaus bei der Begrüßung nicht nur der Kirchenbesucher, sondern auch der vielen Zuschauer zuhause an den Monitoren, denn der Gottesdienst wurde live übertragen. Für die Technik zeichnete Julian Wirth verantwortlich.
Die Kirchenorgel spielte virtuos Stiftskantor Mario Peters, der den Pfeifen und Registern flotte Stücke wie den Donauwalzer und den Radetzkymarsch entlockte. Es durfte geklatscht und gejubelt werden.
Diakon Ralf Rötzel trug einen Auszug aus dem Markus-Evangelium (1,29-39) in einer genialen Schwäbisch-Version vor. In einem Vers heißt es: „Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.“
An diese „Horrorgeschichte“ anknüpfend riet Pfarrer Knaus, mit roter Clownsnase verkleidet, in seiner Predigt dazu, „den Dämonen ins Gesicht zu lachen“. So wie es die Narren tun. Auch und gerade im „Corona-Frust“, in dem so viele Menschen gerade steckten.
Ihnen galten dann auch die Fürbitten, vorgetragen von Chris Nill: für alle, nicht auf die Straße können, die weitreichende Entscheidungen treffen müssen, die kein Verständnis mehr haben, die keine Kraft mehr haben, die unverantwortlich handeln, die in der Pflege für Alte und Kranke arbeiten, die in Kurzarbeit sind, die vor dem finanziellen Aus stehen, deren Beziehungen leiden, denen persönliche Kontakte fehlen, die anderen Hoffnung machen.

Narrenrufe zum Finale

Im Gottesdienst gab es auch vier Einspieler auf einer großen Leinwand: ein Review des Gugguba-Auftritts in der Stiftskirche an der Fasnet 2020, ein virtueller Auftritt der Hudelgai Bätscher mit „Like A Prayer“ von Madonna sowie kurze Statements einiger Närrinnen und Narren, die wissen ließen, für wen oder was sie ihre Maske runterlassen würden.
„Die Fasnet ist nicht ausgefallen“, stellte der Pfarrer abschließend fest, „sondern es war ein ausgefallene, eine besondere Fasnet“. Mit der Hoffnung, 2022 wieder in alter Façon feiern zu können und den Hechinger Narrenrufen wurde der Gottesdienst beendet.

Spendenübergabe für Friedhofcafé

Im Anschluss gab es noch eine Spendenübergabe: Beim Zunftmeisterempfang im vergangenen Jahr kam einiges an Geld zusammen. Nun, ein Jahr später, aber dafür im Häs, wurde nach dem Narrengottesdienst die Spende von 500 Euro an die Hospizgruppe, in Hechingen vertreten durch Erwin Schäfer, von Jens Reinfrank (Zoller-Hexen) und Joachim Noack (Narrhalla) übergeben. Das Geld wird für das Friedhofscafé eingesetzt werden, das im Frühjahr hoffentlich an den Start gehen wird. „Fasnet und Trauercafe wirken zunächst wie unvereinbare Gegensätze und doch haben beide ähnliche Ziele, Menschen zusammenzubringen und etwas Licht und Freude zu verbreiten“, so Pastoralreferent Peter Duttweiler.
Joachim Noack von der Narrhalla hat bei der Übergabe betont, dass die soziale Verantwortung den Narren wichtig sei und sie daher auch gerne Projekte vor Ort fördern möchten. Das Geld wird auch dringend für die Außenanlage benötigt.

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Spenden für das Friedhofscafé


Spendenkonto Wer das Anliegen eines Cafés am Heiligkreuzfriedhofs unterstützen möchte kann dies tun unter: IBAN DE08 6416 3225 0400 0000 08 bei der Voba Hohenzollern-Balingen; Verwendungszweck: „Friedhofscafé“; Empfänger: SKM Zollern