Hechingen Nächstes Jahr kehrt er nach Nigeria zurück

Pfarrer Wilfred Eke ist bis zum Monatsende als Stellvertreter Benedikt Ritzlers in der Seelsorgeeinheit St. Luzius tätig. Foto: Matthias Badura
Pfarrer Wilfred Eke ist bis zum Monatsende als Stellvertreter Benedikt Ritzlers in der Seelsorgeeinheit St. Luzius tätig. Foto: Matthias Badura
Hechingen / MATTHIAS BADURA 02.08.2012
Wilfred Eke, der Geistliche aus Nigeria, weilt ein weiteres - und vermutlich letztes - Mal in Hechingen. Afrika erwartet ihn bereits zurück.

Die Kirchenbesucher der Seelsorgeeinheit St. Luzius kennen den Pfarrer aus den Vorjahren. Wilfred Eke hatte das Stellvertreteramt für Pfarrer Benedikt Ritzler schon in den beiden vergangenen Sommern inne.

Er sei gerne wieder gekommen, sagt der Geistliche. Er freue sich auf das Wiedersehen mit Bekannten und auf seine Arbeit hier. Die Zollerstadt gefällt ihm, nur das Wetter könnte etwas besser sein. Gestern wars erträglich. Aber vorgestern, als er ankam? Viel zu kühl!

Eke, muss man wissen, ist direkt aus Modena angereist, wo seit Wochen die Sonne vom Himmel lacht. In der italienischen Metropole kümmert sich der Priester um Flüchtlinge und hat daneben in den vergangenen Jahren an seiner Doktorarbeit geschrieben.

Es geht darin um den Glauben an das 1000-jährige Reich Jesu Christi, welches laut den entsprechenden Lehren, dem Harmagedon nachfolgt und das die gegenwärtige Welt beendet (wissenschaftlich gesprochen: "Millenarismus" oder auch "Messianismus").

Wie der Pfarrer erzählt, sei das Werk fertig. Lediglich für die Drucklegung müsse er noch etwas daran feilen. Auch von daher liege Hechingen als Standort optimal, befindet sich die Stadt doch in relativer Nähe zur Universitätsbibliothek Tübingen.

Ob Wilfred Eke irgendwann nochmals als Urlaubsvertretung nach St. Luzius kommt, scheint eher fraglich. Sein Bischof ruft nach ihm, er wird seiner Heimat gebraucht. Im nächsten Jahr bricht er seine Zelte in Italien ab und kehrt zurück.

Schwierige Aufgaben erwarten ihn in Nigeria. Die Zustände in dem von Ölkonzernen ausgebeuteten und faktisch von einer Militärclique beherrschten Land sind nicht sicher. Und zumal für Christen nicht.

In welchen caritativen und sozialen Projekten er sich genau engagieren wird, vermochte Wilfred Eke gestern noch nicht zu sagen. Er hofft aber, dabei von seinen in Italien und Deutschland geknüpften Kontakten profitieren zu können. Hilfe kann man immer gebrauchen. So gibt es - um nur ein Thema anzuschneiden - viele Waisen in seinem Land.