Aus einem dicken Papierstapel sollen Maßnahmen werden: Mehrheitlich hat der Junginger Gemeinderat am Donnerstagabend die Umsetzung des sogenannten Lärmaktionsplans beschlossen. Tempo 30 nachts (zwischen 22 und 6 Uhr) durch Jungingen soll den von Lärm geplagten Anwohnern endlich Ruhe bringen. Doch noch einmal wurde darüber diskutiert, wie lang denn nun die Strecke sein soll, auf der Autofahrer langsamer fahren müssen.

Für den Verkehrsplaner, Wolfgang Wahl von der Rapp Trans AG, steht fest: 720 Meter – von der Hauptstraße 32 bis zur Killertalstraße 26 – ist für Jungingen (von dem was durchsetzbar ist) optimal. Es werde den Bewohnern von 29 direkt an der Durchgangsstraße liegenden Gebäuden deutliche, sprich auch messbare, Erleichterung bringen. Wahl: „Die Anwohner werde hörbar entlastet.“ Die derzeitigen Belastungen seien doch erheblich, können krank machen.

Doch nicht alle Gemeinderäte sind mit dieser großen Lösung glücklich.

Marc Pfeilmayer ärgerte sich zunächst einmal. Denn der Lärm-­aktionsplan, im September 2018 vom Junginger Gremium auf den Weg gebracht, wurde danach den Trägern öffentlicher Belange und den Dienststellen vorgestellt. Und was antwortet das Regierungspräsidium Tübingen? Es regt den Einbau eines „lärmtechnisch verbesserten Straßenbelags“ an. Doch wurde die Junginger Ortsdurchfahrt nicht erst vor zwei Jahren neu gemacht? Pfeilmayer: „Das ist ein Armutszeugnis für das RP.“

Jürgen Kleinmann schloss sich den Bedenken der Stadt Hechingen (die als untere Verkehrsbehörde fungiert) und des Polizeipräsidiums Tuttlingen an. Dort werden „Akzeptanzprobleme“ befürchtet, wenn die Strecke, auf der Tempo 30 gelten soll, gar so lang ist. Lieber sollte der Abschnitt kürzer gehalten werden und nur das eng bebaute Gebiet der Ortsmitte umfassen. „Und wie erklären wir das dann den anderen Anwohnern?“, wollte Bürgermeister Harry Frick wissen.

Auch die Junginger selbst hatten Gelegenheit während der öffentlichen Auslegung des Plans seit dem Herbst sich zu Wort zu melden. Zwei taten dies: Sie hätten den Tempo-30-Bereich sogar gerne noch bis zur Einmündung Weilbachstraße ausgeweitet.

Kleinmanns Antrag, es bei einer Strecke zwischen der Bushaltestelle in der Ortsmitte und dem Gebäude Killertalstraße 26 zu belassen, wurde mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt (vier Gemeinderäte stimmten für Kleinmanns Vorschlag, fünf dagegen).

Nun wird es mit der langen Strecke probiert. „Nach einem Jahr werden wir überprüfen, was es bringt“, versprach Bürgermeister Frick.

Einig waren sich alle Gemeinderäte, dass Tempo 30 nachts ohne Kontrolle nicht funktionieren wird. Wirklich sinnvoll seien dabei nur mobile Radarfallen, meint Martin Weinschenk. Wer oft durchs Killertal fährt, weiß schließlich, wo die stationären Messstellen stehen.

Alle für Waschpark

Mit Fahrzeugen, wenn auch auf andere Weise, hatte der nächste Tagesordnungspunkt zu tun: der Neubau eines Waschparks an der B 32, auf dem freien Grundstück neben dem Netto-Markt. Vier Boxen soll es geben, in denen jeder sein Auto selbst waschen kann. Zwei weitere Plätze sind fürs Staubsaugen da. Baubeginn soll bereits im Mai/Juni sein, fertig soll der Waschpark im September/Oktober sein. Die beiden Betreiber kommen aus Burladingen. Die Gemeinderäte stimmten zu.