Tag der offenen Tür kann jeder. Der Ortsverband Hechingen des Technischen Hilfswerks (THW) öffnete am Wochenende über Nacht seine Pforten, um der interessierten Bevölkerung einen Einblick in seine Arbeit und seine Aufgaben zu gewähren. Die Organisation der gut besuchten Sommerveranstaltung hatte der Förderverein des THW Hechingen übernommen.

Es zeigte sich: Der THW-Ortsverband Hechingen ist mit seiner Ausrüstung und seinem Fahrzeugbestand hervorragend aufgestellt und auf dem neuesten Stand der Technik. Den Fahrzeugen und dem Equipment geht so schnell nicht die Puste aus – es sei denn, der Sprit ist alle. Um die vielfältigen Ausrüstungsgegenstände bedienen zu können, bedarf es freilich einer Menge an Personal. Dieses Personal wird durch eine fundierte Ausbildung der Kinder und Jugendlichen an seine Aufgaben herangeführt. Die beiden Jugendleiter Uwe Riester und Jannik Hoch betreuen derzeit 21 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren. Und die brennen darauf, das Erlernte in die Tat umzusetzen.

Zum Auftakt der Nacht der offenen Tür am frühen Samstagabend bot die THW-Jugend eine Übung, bei der sich zahlreiche Zuschauer vom Ausbildungsstand der Kinder und Jugendlichen überzeugten. Die Leitung hatten Gruppenführer Felix Frauenschläger und Jugendleiter Uwe Riester, der stellvertretende Ortsverbandsleiter Dennis Raible kommentierte den Ablauf der Übung.

Fußgänger unter Unfallauto eingeklemmt

Von welchem Szenario ging die Übung aus? Ein Autofahrer war in Stetten auf der Sprißlerstraße unterwegs, kam in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn ab und prallte gegen den Zaun des THW-Geländes. Zu allem Unglück befand sich auf dem Gehweg ein Fußgänger, der durch den Zusammenstoß unter dem Wagen eingeklemmt wurde.

Zunächst galt es für die THW-Jugend, das Fahrzeug zu sichern, um es im Anschluss mit Hebekissen anzuheben. Der eingeklemmte, heftig klagende Fußgänger konnte so rasch aus seiner misslichen Lage befreit und schwer verletzt dem DRK übergeben werden. Der unter Rückenschmerzen leidende Autofahrer wurde mit einer speziell für solche Verletzungen entwickelten Trage – einem Spineboard – aus dem Fahrzeug befreit.

Einmal am Steuer eines blauen Einsatzfahrzeuges

Während des ganzen Abends stand der komplette Fuhrpark des THW-Ortsverbandes parat und konnte von Interessierten besichtigt werden. Speziell für die Kinder war es ein Muss, einmal am Steuer eines solchen blauen Einsatzfahrzeuges gesessen zu haben. Der älteren Generation stand Marcel Höflich Rede und Antwort und erläuterte die technischen Gerätschaften eines Einsatzfahrzeuges.

Petrus hatte es dieses Jahr mit dem THW Hechingen gut gemeint. Die Temperaturen waren angenehm sommerlich, und der aufgestellte Pool, dessen Wasser durch technisches Gerät der Feuerwehr Winterlingen auf angenehme 39 Grad erwärmt wurde, erfreute sich zu später Stunde großer Beliebtheit.

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Auch Feuerwehren aus der Umgebung zu Gast


Die Tatsache, dass der THW-Ortsverband Hechingen die benachbarten Feuerwehren immer häufiger in ihren Einsätzen unterstützt, wurde in dieser Nacht der offenen Tür durch den Besuch der Wehren aus Hechingen, Boll, Bisingen, Rangendingen gewürdigt.

Warum ist das THW eigentlich blau?


Die Fahrzeuge, die Bekleidung und ein großer Teil der Ausrüstung des Technischen Hilfswerkes sind in Blautönen gehalten (RAL-Nummer 5002, ultramarinblau) Der Grund dafür ist, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Fahrzeuge von Bergungszügen, die übrigens nicht nur dem THW, sondern auch vielen Feuerwehren unterstellt waren – blau angestrichen wurden. So konnte man die „rote Feuerwehr“ für die Brandbekämpfung von der „blauen Feuerwehr“ für Bergungsaufgaben unterscheiden. Bergungszüge hatten in den Zeiten des Kalten Krieges die Aufgabe, bei kriegerischen Auseinandersetzungen Menschen zu retten, Tiere und Sachwerte zu bergen sowie die Infrastruktur wiederherzustellen. Im Jahre 1995 wurden die Bergungszüge im Rahmen der Umstrukturierung des THW durch Technische Züge ersetzt, die blaue Farbe blieb bestehen und entwickelte sich zu einem weltweiten Erkennungszeichen des Technischen Hilfswerks.

Quelle: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk