In dem der Anklage zugrundeliegenden Ermittlungsverfahren hatte der bis dato größte Rauschgiftfund im Zollernalbkreis Aufsehen erregt: Bei einer Durchsuchung hatten Balinger Fahnder im Dezember des vergangenen Jahres in einer Lagerhalle in Bisingen und in einem dort abgestellten Fahrzeug in Summe knapp 77 Kilogramm Marihuana entdeckt.

Marihuana ist mindestens 140 000 Euro wert

Das Rauschgift war von sehr guter Qualität und nach den Erfahrungen der Ermittlungsbehörden bereits im Ankauf mindestens 140 000 Euro wert. Dem Angeschuldigten und einem bis heute nicht identifizierten Komplizen war nach der Tatentdeckung im Dezember die Flucht geglückt.

Festnahme nach mehrmonatiger Flucht

Erst im Juni dieses Jahres gelang es den Ermittlern, den nun angeschuldigten 27-jährigen türkischen Staatsbürger nach intensiver Fahndung in Pforzheim festzunehmen. Er befindet sich seitdem aufgrund Haftbefehls des Amtsgerichts Hechingen in Untersuchungshaft.

Schwunghafter Handel im süddeutschen Raum

Der Angeschuldigte soll sich durch den schwunghaften Handel insbesondere mit größeren Mengen an Marihuana innerhalb des süddeutschen Raumes – auch im Raum Hohenzollern – eine erhebliche Einnahmequelle von Dauer verschafft haben. Die sichergestellten 77 Kilogramm des Rauschgifts sollen zum gewinnbringenden Weiterverkauf in Teildosen bestimmt gewesen sein.

Komplize ist bis heute flüchtig

Dem 27-Jährigen wird vorgeworfen, sein Geschäftsmodell gemeinsam mit wenigstens einem – dem bis heute flüchtigen, mutmaßlichen – Mittäter betrieben zu haben.
In den frühen Morgenstunden des 5. Dezember 2019, am Tag des Polizeieinsatzes, sollen die beiden Tatverdächtigen an ihrem Bunkerort in einem Hechinger Lager 25 Pakete mit jeweils einem Kilogramm Marihuana Inhalts an einen Dritten – als mutmaßlichen Drogenkurier – übergeben haben.

25 Rauschgift-Pakete bereits im Kofferraum des Kuriers

Unterdessen war aufgrund einer Alarmschaltung die Polizei eingetroffen, woraufhin die Verdächtigen fluchtartig den Ort des Geschehens verlassen hatten. Beim Eintreffen der Drogenfahnder befanden sich die 25 Pakete bereits im Kofferraum eines mutmaßlichen Kurierfahrzeugs inmitten des Lagers; sie sollen zum Transport ins Rhein-Main-Gebiet bestimmt gewesen sein.
Der Kurierfahrer hatte – als einziger der drei vor Ort angetroffenen Personen – zeitnah festgenommen werden können. Bei der Fahndung nach dem identifizierten, flüchtig gegangenen 27-Jährigen hatten die Ermittler im Internet, in der Presse und mithilfe von Plakaten auch die Öffentlichkeit zur Unterstützung aufgerufen. Wie geschildert, führte die Fahndung etwa ein halbes Jahr später zur Festnahme des Tatverdächtigen.