Hechingen Nach fünf Jahren wieder in Burundi

Diakon Karl Heinz Schäfer war wieder vor Ort im Zachäus-Haus.  Das Bild zeigt ihn mit Susanne Fischer und drei behinderten Mädchen im Innenhof. Rechts Schwester Josephine, welche die Besucher die ganze Zeit über betreut hat.
Diakon Karl Heinz Schäfer war wieder vor Ort im Zachäus-Haus. Das Bild zeigt ihn mit Susanne Fischer und drei behinderten Mädchen im Innenhof. Rechts Schwester Josephine, welche die Besucher die ganze Zeit über betreut hat. © Foto: privat
Hechingen / SWP 06.09.2018
Nach langer Zwangspause waren zwei Vertreter des Hechinger Kirchenausschusses „Mission Eine Welt“ wieder in Burundi.

Die direkte Verbindung zwischen Hechingen und Burundi ist in Ordnung. Fünf Jahre lang war wegen der Unsicherheit in dem afrikanischen Land kein Besuch möglich gewesen. Jetzt wurden es zwei Wochen intensiver Gespräche und Begegnungen mit den Bene-Terezyia-Schwestern, die das Partnerprojekt vor Ort verantworten. Fazit: Die weite Reise von Susanne Fischer und Karl Heinz Schäfer – auf eigene Kosten – hat sich gelohnt. Der direkte Kontakt hat die Verbindung gefestigt.

Die beiden Abgesandten fanden das Heim in einem gutem Zustand vor. Die Kinder selbst befanden sich noch in den Ferien bei Verwandten oder Pflegeeltern. Das von der Jakobusgemeinde finanzierte Jakobsfeld war vorbildlich mit einer gemischten Gemüsekultur angelegt. Die eigene Landwirtschaft  ist ein wesentlicher Faktor, um die über 100 Kinder täglich satt zu bekommen. Der Eindruck vor Ort: Die regelmäßigen Spenden aus Hechingen erfüllen voll ihren guten Zweck: den körperbehinderten Kindern und Jugendlichen ein behütetes Leben mit Schulbesuch und zum Teil Berufsausbildung zu ermöglichen. Vom Staat erhält die Einrichtung keine Unterstützung. Daher ist die Hilfe überlebenswichtig. Sorge bereitet den Schwestern der kleine Lastwagen, der für die Landwirtschaft unentbehrlich, zur Zeit aber nur eingeschränkt fahrbereit ist.

Neben der Vertiefung der Partnerschaft hatten Fischer und Schäfer Gelegenheit, ausgiebig am religiösen Leben in Gitega teilzunehmen. Es waren besonders zwei jeweils über fünf Stunden dauernde Gottesdienste, die im Gedächtnis bleiben: Am 15. August (Aufnahme Mariä in den Himmel) konnten sie im benachbarten Wallfahrtsort Mugera eine Messe unter freiem Himmel mitfeiern. Es bot sich ein unglaubliches, ganz anders Bild von Afrika, das hierzulande so nie zu sehen ist: Zehntausende friedlich singende und tanzende Menschen zum christlichen Gottesdienst um den Altar versammelt.

Die zweite Messe in der Kathedrale von Gitega war dem französischen Gründungsbischof der Bene-Terezyia-Schwestern gewidmet (150. Geburtstag). Anwesend war ein Reliquienschrein der heiligen Theresia von Lisieux, der namensgebenden Heiligen des Ordens. 15 junge Ordensfrauen legten feierlich ihre Profess (ewiges Gelübde) ab; weitere zwölf feierten ihr Silbernes Professjubiläum. So lebendig und bewegend begegnete den Besuchern aus Deutschland die katholische Kirche in diesem afrikanischen Land. Die Verbundenheit mit Hechingen zeigten drei großen Altarkerzen, welche die beiden Besucher als Geschenk der Kirchengemeinde St. Luzius mitgebracht hatten und die große Bewunderung auslösten: Sie brannten bei diesem bedeutenden Gottesdienst auf dem Altar und bei der Reliquie. Die deutschen Gäste wurden eigens begrüßt.

Was nimmt man von so einer Reise in die Hechinger Heimat mit? Die ansteckende Glaubens- und Lebensfreude der afrikanischen Christen; den Willen, die Partnerschaft und die Hilfe für das Zachäus-Haus fortzuführen; damit verbunden die Absicht des afrikanischen Ordens gleichsam im Gegenzug, zwei seiner Schwestern nach Deutschland in die Erzdiözese Freiburg, vielleicht eines Tages nach Hechingen, zu entsenden.

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