Mit dem Vorwurf, er habe „vom Hechinger Bürgermeister keine Unterstützung erhalten“, verabschiedete sich Kamelhof-Betreiber Rolf Müller aus Hechingen. Philipp Hahn reagierte jetzt darauf gegenüber der HZ: „Ich kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen und weise sie zurück.“ Der Rathauschef belegt, dass die Stadt die „Albkamele“ in den Jahren 2017 bis 2019 mit insgesamt 4000 Euro unterstützt hat. Weitere 500 Euro habe die Stadt an den Albkamele-Förderverein überwiesen.

Außerdem legte Hahn eine E-Mail vor, die er am 26. Februar 2019 an Rolf Müller verschickt hat. Darin bot er dem Kamelhof-Betreiber – vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderates – eine dauerhafte Bezuschussung „für das Jahr 2020 und fortfolgende“ an – mit der Bitte, bis zum Herbst 2019 einen Veranstaltungsplan vorzulegen. Auf diese Bitte, so Hahn, habe Müller seinerseits nicht reagiert – ebenso wenig wie er sich je für einen der Zuschüsse bedankt habe.

Bei Suche nach Hof unterstützt

Der Bürgermeister betont, dass er Rolf Müller während dessen Zeit in Hechingen auch durch persönliche Bemühungen unterstützt habe. Im November 2018 habe er ihm in einem persönlichen Gespräch versichert, dass er die Albkamele für eine Bereicherung für Hechingen halte und diese zweifellos eine touristische Attraktion darstellten. Und Hahn verweist auch darauf, dass er dem Kamelhof im Juni 2019 zusammen mit Landrat Günther-Martin Pauli einen medienwirksamen Besuch abgestattet hat. Er habe bei dieser Gelegenheit zwar betont, dass die Stadt in Müllers Streitigkeiten mit seinem Verpächter auf dem Butzenwasen keine Partei ergreifen werde. Er, so Hahn, habe jedoch mehrere Telefonate geführt, um Müller bei der Suche nach einem neuen Domizil zu unterstützen – zum einen mit einem Hechinger Landwirt in der Nähe des Lindichs, zum anderen mit dem Meßstetter Bürgermeister Frank Schroft, um die Fühler nach dem ehemaligen Kasernengelände auszustrecken. Freilich war diesen Bemühungen kein Erfolg beschieden.

In Sonnenbühl noch ganz am Anfang

Ob die „Albkamele“, wie von Rolf Müller angestrebt, tatsächlich beim Erpfinger Feriendorf Sonnenmatte unterkommen werden, ist noch offen. Wie der Sonnenbühler Bürgermeister Uwe Morgenstern die HZ wissen ließ, bedürfte es dafür eines Genehmigungsverfahrens. Bis dato sei ihm aber noch nicht einmal ein Konzept bekannt.

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Hechingen/Stuttgart