Hechingen Nabu fasziniert vom Wurzacher Ried

Hauptsache, das Fernglas dabei: Mitglieder der Nabu-Ausflugsgruppe bei der Beobachtung eines Baumfalken im Wurzacher Ried.
Hauptsache, das Fernglas dabei: Mitglieder der Nabu-Ausflugsgruppe bei der Beobachtung eines Baumfalken im Wurzacher Ried. © Foto: Privat
Hechingen / SWP 14.05.2018
Interessante Einblicke in einen einzigartigen Landschaftstyp erhielt die Hechinger Nabu-Gruppe im Wurzacher Ried.

Zum Glück für die Teilnehmer des Hechinger Nabu-Ausfluges hatten die für den Himmelfahrtstag angekündigten Starkregen und Gewitter das Oberland verschont, so dass die rund zweistündige Exkursion ins Naturschutzgebiet Wurzacher Ried „auf den Spuren der Torfstecher“ ohne Einschränkungen über die Bühne gehen konnte.

Der Leiter des Naturschutzzentrums, Horst Weisser, hatte persönlich die Führung übernommen und vermittelten den 15 Teilnehmern hochinteressante Einblicke in die Geschichte und Ökologie dieses größten mitteleuropäischen Hochmoors. Breiten Raum nahm dabei der frühere Torfabbau auf einer Teilfläche ein, der nach dem Ersten Weltkrieg begann und damals vor allem der Brennstoffversorgung der Bevölkerung diente. Der Abbau wurde erst 1996 endgültig beendet. Umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen, insbesondere zur Wiedervernässung, hatten jedoch schon lange davor begonnen. Bereits 1989 wurde die Moorlandschaft vom Europarat mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet. Nicht ohne Stolz berichtete Horst Weisser, der von Anfang hieran maßgeblich beteiligt war, über die zirka 2500 nachgewiesenen Tiere, Pflanzen und Pilze, darunter eine Vielzahl bedrohter Vogelarten. Natürlich seien anfänglich große Konflikte mit der Landwirtschaft aufgetreten, die jedoch einvernehmlich gelöst werden konnten, berichtete der studierte Agrar-Biologe. 40 Landwirte seien nun ständig mit der Pflege des Gebiets und der angrenzenden Wiesenflächen beauftragt.

Während des Mittagessens diskutierten die Teilnehmer mit dem Moorexperten auch über die generelle Bedeutung von Moorgebieten als Kohlendioxid- und Wasser-Speicher sowie den in Osteuropa und Sibirien in großem Stil fortdauernden Torf­abbau, bei dem seinerseits Kohlendioxid in riesigen Mengen freigesetzt wird. Weisser bestärkte die Nabu-Aktiven in ihrem Bemühen um die Verwendung torffreier Pflanzerde.

Ein ganz besonderes Erlebnis bot am Nachmittag die 2013 eröffnete Erlebnisausstellung „Moor Extrem“ innerhalb des Naturschutzzentrums, in der die ökologischen Zusammenhänge interaktiv zu entdecken sind und die Welt der Moore mit allen Sinnen erlebbar ist.

Die Hechinger Naturschützer waren überaus beeindruckt von der Schönheit und Wertigkeit des Biotops „Moorlandschaft“, aber auch vom vielseitigen Informationsangebot entlang der Lehr­pfade und im Naturschutzzentrum.

Öffnungszeiten und Kontakt

Die Erlebnisausstellung „Moor Extrem“ ist im Sommerhalbjahr (bis 31. Oktober) täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winterhalbjahr täglich von 10 bis 17 Uhr. Kontakt: Telefon 07564/302 190, www.moorextrem.de.

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