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RENE 07.11.2013

Mit einem Freispruch endete eine Verkehrsordnungswidrigkeitsverhandlung im Münsinger Amtsgericht. Eine 26-jährige Älblerin war beschuldigt worden, am 17. April dieses Jahres kurz nach 18 Uhr auf der B 312 bei Oberstetten deutlich zu schnell unterwegs gewesen zu sein. Ein Geschwindigkeits-Messtrupp des Landratsamtes registrierte nach Abzug von 5 km/h Toleranz noch immer ein Tempo von 149 km/h, erlaubt auf der Autobahn, aber nicht auf einer Bundesstraße, wo 100 Sachen das Limit darstellen.

Das brachte der Fahrzeughalterin aus einer Albgemeinde einen saftigen Bußgeldbescheid in Höhe von 160 Euro ein, dazu drei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot.

Fristgerecht legte die Beschuldigte Einspruch gegen den Bescheid ein, gestern kam es zur Verhandlung. Angaben machte die Beschuldigte keine, ihr Verteidiger, Rechtsanwalt Hans-Peter Lange, erklärte, dass seine Mandantin die Fahrt bestreite.

Als Beleg lag ein Messfoto vor, das Amtsrichter Joachim Stahl als "nicht besonders berühmt" bezeichnete. "Gucken Sie mich bitte mal an", meinte er zur Angeklagten und schaute ihr in die Augen, nicht, um Avancen zu machen, sondern um die Wahrheit herauszufinden. Im Vorfeld war bereits die 60-jährige Mutter der Beschuldigten als mögliche Fahrerin ins Spiel gebracht worden. Diese war als Zeugin geladen, machte aber von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, sodass der Richter meinte: "Dann müssen Sie sich beschränken, Anschauungsobjekt für mich zu sein". Der Vergleich mit dem Foto führte Stahl zur Überzeugung, dass die Beschuldigte "zu 99 Prozent" nicht die Raserin war, sondern "weit eher die Mutter".

Das Verfahren endete deshalb folgerichtig mit einem Freispruch: "Die Fahrerin auf dem Foto scheint deutlich älter zu sein", so Stahl. Weil die Drei-Monats-Frist abgelaufen ist, kommt auf die Mutter übrigens kein Verfahren zu.

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