Schwäbisch Mundart-Vortrag beim Seniorentreff des DRK

Ein Mundart-Nachmittag hat beim DRK-Ortsverein Hechingen stattgefunden.  Foto: Thomas Jauch
Ein Mundart-Nachmittag hat beim DRK-Ortsverein Hechingen stattgefunden. Foto: Thomas Jauch © Foto: Foto: Thomas Jauch
Judith Midinet 19.10.2016

. „Broat“ oder „broet“, „Oa“ oder „Oi“? Die Dialekte in Baden-Württemberg, ganz speziell die schwäbischen, waren Thema beim Seniorennachmittag des Hechinger Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes vergangene Woche.

Stadtarchivar Thomas Jauch berichtete im DRK-Haus über die Erkenntnisse der „Dialektologie“, also der wissenschaftlichen Befassung mit den Mundarten. Dazu hatte das Organisationsteam um Severin Ritter den perfekten Rahmen geschaffen: Außer dem obligatorischen Kaffee gab es Zwiebelkuchen, Butterbretzeln und Neuen Süßen.

Solchermaßen gestärkt lauschten die Gäste interessiert den Ausführungen über Schwäbisch, Niederalemannisch und Fränkisch, über Sprachgrenzen und über den Unterschied zwischen West- und Mittelschwäbisch – das ist genau der zwischen „Oa“ und „Oi“ für das neuhochdeutsche „Ei“.

Spannend wurde es, als Jauch Tonbandaufnahmen aus den 1950er-Jahren vorspielte, in denen Mundartsprecher aus unterschiedlichen Orten Baden-Württembergs Geschichten aus ihrem Alltag erzählten – von früher natürlich, denn die Aufnahmen sind rund 60 Jahre alt.

Von der harten Arbeit in der Landwirtschaft wurde berichtet, vom Dienstmädchen-Dasein im Arzthaushalt, und ein (zurückgekehrter) Schwabe erzählte bildhaft von seiner Auswanderung im Jahr 1908 in die USA und von der grausligen Schiffspassage: „No hem-mer ons halt voll niiberkotzt.“

Ein Gedicht des Rottenburger Hausdichters Sebastian Blau über das Schwäbische rundete den Vortrag ab.