Hirrlingen Münchner Entwurf als Favorit

Im 40 Jahre alten Schulnebengebäude (rechts) findet momentan die Kernzeitbetreuung statt. Der Trakt soll abgerissen und durch ein separates zweigeschossiges Gebäude ersetzt werden.
Im 40 Jahre alten Schulnebengebäude (rechts) findet momentan die Kernzeitbetreuung statt. Der Trakt soll abgerissen und durch ein separates zweigeschossiges Gebäude ersetzt werden. © Foto: ks
Hirrlingen / ks 13.10.2018

Der lange diskutierte Schulerweiterungsbau in Hirrlingen kommt voran. Drei Architekturbüros präsentierten am Dienstag ihre Pläne im Gemeinderat Hirrlingen, wie der separate Bau zwischen Schule und Mensa aussehen könnte.

In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium, den Schulleitungen und dem Schulförderverein wurde den Architekten eine Nutzfläche von 350 bis 410 Quadratmetern vorgegeben. Zweigeschossig soll der Bau sein, mit zwei Klassenzimmern, zwei Räumen für die Kernzeitbetreuung, einem Verbindungsraum sowie Verkehrsflächen. Der Neubau soll im Bereich des 40 Jahre alten Nebengebäudes zwischen Schule und Mensa errichtet werden, das für das Bauvorhaben weichen muss.

An Kapazitätsgrenzen gestoßen

Wegen der zukünftigen Zweizügigkeit der Grund- und Gemeinschaftsschule sei man an den Kapazitätsgrenzen, sagte Bürgermeister Christoph Wild (siehe Info). Grundschulleiterin Ariane David-Pfemeter, die Rektorin der Gemeinschaftsschule Rangendingen-Hirrlingen Andrea Jetter, Elternbeiratsvorsitzender Thomas Eger und Gerhard Fuchs vom Schulförderverein kritisierten die zu kleinen Klassenräume, die durchschnittlich nur 50 Quadratmeter groß sind.

Elternbeiratsvorsitzender Fuchs sprach von einem wachsenden Bedarf in der Kernzeitbetreuung. Er rechnete vor, dass die vorschriftsmäßige Fläche von zwei Quadratmetern pro Kind in allen Planungen nicht eingehalten werde und die Raumaufteilung nicht geglückt sei.

Fachberater verteidigt Entwürfe

Diplom-Ingenieur Joachim Cornelius von den „werk 9 architekten“ aus Brühl, der die Pläne als unabhängiger Fachberater geprüft hatte, nahm seine Kollegen in Schutz. Sie hätten sich an die Vorgaben des Regierungspräsidiums gehalten.

Gemeinderat Georg Hurm (UFL) vermutete, dass wohl in der Kommunikation etwas schief gelaufen sei. Wild und Cornelius meinten, dass die Klassenräume um zehn Prozent vergrößert werden könnten, ohne dass es zu Einbußen bei den Fördermitteln komme.

Neue Mitte mit Blick nach Süden

Stefan Zwink vom Büro Friedrich, Poerschke & Zwink aus München, der übrigens schon den Zuschlag für die Planung des Kindergartenneubaus in Hirrlingen bekam, stellte als Erster seinen Entwurf vor: einen trapezförmigen Baukörper, inklusive massiven Außenmauern und Decken aus Stahlbeton.

Mit den bestehenden Schulgebäuden und der Mensa bildet er eine neue Mitte, die den Blick nach Süden zur Ortsmitte und zum Schloss öffnet. Im Erdgeschoss befinden sich die Räume für die Kernzeitbetreuung, die über den Verbindungsraum einen direkten Zugang zum Pausenhof haben. Ins Obergeschoss zeichnete Zwink die beiden Klassenzimmer ein – obendrauf ein Satteldach.

Vision der Kletterwand im Hof

Die Entwürfe der Tübinger Architekten Panzer & Oberdörfer platzieren den Neubau parallel zum bestehenden Gebäude. An der Ostseite sehen sie einen zusätzlichen Spiel- und Sporthof mit einer Kletterwand am Giebel des Neubaus vor.

Interessant daran ist auch ein Steg im Obergeschoss, wo sich ebenfalls die Klassenräume befinden, der den Neubau mit dem Bestandsgebäude verbindet – barrierefrei. Das Gebäude mit einem versetzt angeordneten Pultdach ist im Grundsatz als Massivbau konzipiert.

Wärmegedämmter Neubau

Auch Architekt Stefan Beuter aus Haigerloch hielt sich an die Budget- und die Raumprogrammvorgaben und plante einen kompakten Baukörper mit einer Außenabmessung von 23 mal 13 Metern. Sein Neubau mit Walmdach ist aus Stahlbeton und beherbergt ein Wärmedämmverbundsystem. „Das Gebäude kann jederzeit aufgestockt werden“, argumentierte Beuter, dessen Kostenschätzung bei etwas über einer Million Euro liegt.

Bürgermeister Wild wollte am Dienstagabend noch keine Zahlen in den Mund nehmen, wie er sagte. Joachim Cornelius empfahl dem Gemeinderat den Entwurf des Münchener Architekten Stefan Zwink.

Diesjährige Auslastung in Zahlen

Seit Beginn des neuen Schuljahres werden in Hirrlingen 103 Grundschüler unterrichtet. Hinzu kommen 54 Fünft- und 48 Sechstklässler der Gemeinschaftsschule Rangendingen-Hirrlingen, die ab der siebten Klasse an den Schulhauptstandort Rangendingen wechseln.

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