Hechingen/Nagold Mordanklage gegen 44-jährigen Hechinger Er soll in Nagold den Vermieter erschlagen haben

Hechingen/Nagold / SWP 09.11.2013
Gegen einen 44-jährigen Hechinger hat die Staatsanwaltschaft Tübingen Mordanklage erhoben. Er soll seinen ehemaligen Vermieter erschlagen haben.

Ein Hechinger soll den Mord im Nagolder Stadtteil Hochdorf begangen haben, der im Mai und Juni dieses Jahres wegen einer aufwendigen Fahndung überregional Schlagzeilen schrieb. Am 23. Mai war in Hochdorf ein 61-Jähriger in seinem Haus erschlagen worden. Es handelte sich um den ehemaligen Vermieter des Tatverdächtigen. Grund für die Tat soll ein Streit um Schulden gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat beim Schwurgericht des Landgerichtes Tübingen Mordanklage gegen den 44-jährigen Hechinger erhoben, der seit seiner Festnahme am 29. Mai in Untersuchungshaft sitzt.

Die Ankläger werfen dem Mann vor, sein 61-jähriges Opfer durch mehrere Schläge auf den Kopf mit einer Statue aus Messing getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der Angeschuldigte in einer finanziell äußerst schwierigen Lage befand und insbesondere nicht in der Lage war, das ihm von seinem ehemaligen Vermieter gewährte Darlehen in Höhe von mehr als 100000 Euro zurückzubezahlen. In der Zeit unmittelbar vor der Tat hatte der 61-Jährige die Rückzahlung des Darlehens mit immer mehr Nachdruck gefordert und damit gedroht, andernfalls die Ehefrau und die Familie des Angeschuldigten über den Sachverhalt aufzuklären. Am 23. Mai soll der Hechinger den 61-Jährigen angerufen und ein Treffen vereinbart haben. Im Haus des Opfers soll es dann zu der Bluttat gekommen sein, mit der sich nun das Tübinger Schwurgericht zu befassen hat.

In rechtlicher Hinsicht wertet die Staatsanwaltschaft die Tat nicht als Totschlag im Sinne des Paragraphen 212 Strafgesetzbuch, sondern als Mord im Sinne des Paragraphen 211. Maßgeblicher Unterschied ist dabei, dass der Tatbestand des Mordes neben der vorsätzlichen Tötung eines anderen Menschen die Erfüllung eines oder mehrerer Merkmale voraussetzt, welche die Tat besonders verwerflich machen. Die Staatsanwaltschaft sieht im Hochdorfer Fall insbesondere das Mordmerkmal der Habgier als erfüllt an. Denn nach dem Ergebnis der Ermittlungen soll der Angeschuldigte sein Opfer deshalb getötet haben, um seine Schulden nicht zurückzahlen zu müssen.

Sollte die Schwurgerichtskammer dieser Einschätzung folgen, so droht dem Hechinger eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Aber ist der Angeschuldigte auch voll schuldfähig? Nach vorläufiger Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen sind keine Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass die Steuerungsfähigkeit des Angeschuldigten zum Zeitpunkt der Tat eingeschränkt war.

In der Gegend zwischen Nagold und Horb war der Mordfall im Frühsommer wochenlang Gesprächsthema Nummer 1 gewesen. Denn sowohl der mutmaßliche Täter als auch das Opfer waren vor Ort durchaus bekannt. Der Tatverdächtige soll bis vor gut zwei Jahren einen Fußballverein in der Region trainiert haben und auch wegen eines Streits um Geld entlassen worden sein.

Vom Opfer kannte man insbesondere sein schwarzes Mercedes-Cabrio bekannt, das in einiger Entfernung des Tatorts gefunden wurde. Nach diesem Wagen wurden die Sonderkommission "Cabrio" der Kriminalpolizei bekannt.

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