Ein anonymer Brief hat den Ortschaftsrat Boll auf Erkrankungen von Anwohnern im Radius des Mastes aufmerksam gemacht. Es bestehe ein Zusammenhang, hatte es in dem Schreiben geheißen. Jetzt kommt eine neue Situation hinzu: Die Firma "Ewimed", neue Besitzerin des Gebäudes, auf dem der Mast steht, wird wegen des Vertrags mit dem Mobilfunkbetreiber daran gehindert, das Anwesen abzureißen und ein neues Geschäftsgebäude zu errichten.

Der Stadt ist sehr daran gelegen, das Gewerbe in Boll zu unterstützen, unterstrich Ortsvorsteher Meta Staudt. So trat die Stadt in Verhandlungen mit dem Mobilfunkanbieter, um den Weg für einen Standortwechsel der Antenne zu ebnen. Dieser soll nun auf städtischem Grund am Ortsrand, weiter weg von der Bevölkerung, bei der Kläranlage sein. Da Messungen ergaben, dass die Funkantenne auch dort installiert werden kann, stimmte der Ortschaftsrat einstimmig zu, dieses Flurstück zur Verfügung zu stellen.

Ein zweiter Schwerpunkt der Sitzung war der Wald. Werner Steidle, der neuen Revierleiter Boll/Stetten/Schlatt, gab Auskünfte zum Waldwirtschaftsplan des kommenden Jahres. Auf den 80 Hektar seines Reviers sollen 350 Festmeter Holz eingeschlagen werden, was weniger ist als im laufenden Jahr. Der Forstfachmann betonte, dass im Stadtforst eine naturnahr Waldwirtschaft gehandhabt wird, die sich in der natürlichen Aufforstung zeigt. Dennoch will man auf Bollemer Gemarkung in der Verjüngung die Weißtanne etablieren, weil sie zu den gegebenen Umständen am besten passt. Da die aber anfällig ist für Verbiss, so betonte Steidle, sei die Arbeit der Jäger sehr wichtig.

An der bewährten Methode der Brennholzversteigerung gemeinsam für Boll und Stetten soll sich nichts ändern. Problematisch hingegen sind die Wege im und zum Wald. Deren Instandhaltung verschlang jüngst wegen des Starkregens 32 000 Euro. Kritischster Punkt ist vor allem der Weg über den Kapf nach Jungingen. Dort sollten Schäden frühzeitig begrenzt werden. Mangels genauer Zuständigkeit, beziehungsweise wegen beidseitiger Nutzung, wurde bei der Instandhaltung dieses Wegs in Haushalt von Boll und Forst halbe-halbe gemacht. Vor kurzem war die Frage aufgetaucht, ob es sich denn nun um eine öffentliche Verbindungsstraße zwischen Boll und Jungingen handelt.

Unter dem Punkt Verschiedenes stand die Streuobstpflege auf der Tagesordnung des Ortschaftsrates . Neben dem nur schwer beziehungsweise sehr umständlich zu beantragenden Zuschuss des Landes Baden-Württemberg, gibt es nun auch einen Zuschuss des Zollernalbkreises fürs Schneiden von Streuobstbäumen. Diesen kann jeder Privatmann auch für nur einen Baum beantragen. Vorstellbar wäre für den Ortschaftsrat aber, in Zusammenarbeit mit dem Bollemer Obst- und Gartenbauverein mit dem Zuschuss das Schneiden der gemeindeeigenen Bäume zu machen.