Rangendingen Mitreißendes und berührendes Konzert

Pfarrer i.R. Norbert Dilger (rechts) und Organist Matthias Heid (Zweiter von rechts) konnten in Rangendingen fünf junge Musiker begrüßen, die beim Orgelkonzert ihr ganzes Können aufboten.
Pfarrer i.R. Norbert Dilger (rechts) und Organist Matthias Heid (Zweiter von rechts) konnten in Rangendingen fünf junge Musiker begrüßen, die beim Orgelkonzert ihr ganzes Können aufboten. © Foto: Diana Maute
Rangendingen / Diana Maute 27.02.2018
In der Rangendinger St. Galluskirche waren am Sonntag „Hits der Orgelmusik“ zu hören, die das Publikum begeisterten.

Seit 30 Jahren erfüllen die Klänge der prächtigen Jann-Orgel das weite Kirchenschiff von St. Gallus. In der Reihe „Rangendinger Konzerte“, die im Jubiläumsjahr mit besonders hochkarätigen Veranstaltungen aufwarten kann, fand am Sonntag ein Orgelkonzert statt, bei dem das besondere Instrument ganz im Mittelpunkt stand. Studierende der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg brachten „Hits der Orgelmusik“ zur Aufführung und verzauberten ihr Publikum mit Virtuosität und brillantem Spiel.

Pfarrer i.R. Norbert Dilger, Initiator und Organisator der „Rangendinger Konzerte“, freute sich über die zahlreichen Zuhörer und vergaß nicht, einem „ganz wichtigen Mann“ seinen Dank auszusprechen: Matthias Heid, der seit 2009 in Rangendingen als Organist tätig ist und beim Konzert eine Bach-Komposition zu Gehör brachte. „Er sorgt immer dafür, dass unsere Orgel gut in Schuss ist und gestaltet die Programmhefte und Plakate“, unterstrich der Geistliche.

Heid, der in Rottenburg Assistent der Hochschulleitung ist, stellte dem Publikum die fünf jungen Musiker vor, die mit ihm den Konzertabend gestalteten. Gabriel Moll, Lucia Carstens und Seoyoung Park bewiesen ihr meisterhaftes Können an der Orgel. Tenor Andreas Kaiser und Sopranistin Min Jung ließen ihre großartigen Stimmen erklingen und begeisterten die Zuhörer mit erhabenem Gesang. Bei den Stücken, die zur Aufführung kamen, handelte es sich zumeist um bekannte Werke, eben „Hits“ der Orgelmusik. Dazu zählt zweifellos auch das prägnante Werk „Toccata und Fuge d-Moll“, BWV 565, aus der Feder von Johann Sebastian Bach, das Gabriel Moll mit so expressivem Spiel umsetzte, dass die ausgezeichnete Intonation der Jann-Orgel unwillkürlich ihre Wirkung entfaltete.

In gefühlvollem Spiel begleitete Lucia Carstens Tenor Andreas Kaiser bei der Händel-Arie „Ombra mai fu.“ Diese wurde von Organistin und Sänger ebenso hingebungsvoll  umgesetzt wie Giuseppe Giordanis berührendes „Caro mio ben.“

Nicht gar so bekannt dürfte César Francks „Prélude, Fugue et Variation h-Moll op. 18“ gewesen sein, die die Südkoreanerin Seoyoung Park auf der Orgel ­intonierte. „Ein wunderschönes, sehr romantisches Stück; die Melodie und die Variation werden ihnen ans Herz wachsen“, hatte Matthias Heid im Vorfeld angekündigt. Er selbst bot bei Bachs „Präludium und Fuge G-Dur“, BWV 541, sein ganzes Können auf und überzeugte mit energetischem, äußerst ausdrucksvollem Spiel. Wahrlich betörende Koloraturen in der Stimme der ­südkoreanischen Sopranistin Min Jung begeisterten bei Bachs bekanntem „Jesus bleibet meine Freude.“

„Wer noch etwas für die Hochzeit sucht, wird hier fündig“, kommentierte Matthias Haid Mendelssohn Bartholdys weltberühmten „Hochzeitsmarsch“ aus der Bühnenmusik „Ein Sommernachtstraum“, der nicht nur bei Brautpaaren Gänsehautstimmung erzeugt. César Francks feierliches „Panis Angelicus“ sowie Giulio Caccinis herzergreifendes „Ave Maria“ boten der Sopranistin sowie dem Organisten Gabriel Moll erneut Gelegenheit, die ganze Komplexität und Klangvielfalt dieser Kompositionen auszuspielen.

Als krönender Abschluss erklang in der St. Galluskirche das fulminante „Final aus der 1. Sonate op. 42“ von Alexandre Guilmant, das Lucia Carstens meisterhaft umsetzte.

Tosender Beifall aus dem großen Rund war der Lohn für die brillante Leistung der Musiker, die mit dem mitreißenden „Cancan“ als Zugabe noch ein besonderes Bonbon für das Publikum bereithielten.

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