Schlatt Baugebiet „Wilden“ wird endlich konkret

Der Bebauungsplanentwurf für das Schlatter Baugebiet „Wilden“ wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung vorgestellt. Die interessierte Öffentlichkeit erfuhr, dass das Gebiet ab 2019 in zwei Bauabschnitten realisiert werden soll.
Der Bebauungsplanentwurf für das Schlatter Baugebiet „Wilden“ wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung vorgestellt. Die interessierte Öffentlichkeit erfuhr, dass das Gebiet ab 2019 in zwei Bauabschnitten realisiert werden soll. © Foto: Eugen Pflumm
Schlatt / Eugen Pflumm 04.05.2018
Etliche Jahre hat es gedauert mit dem neuen Schlatter Baugebiet. Nun ist absehbar, dass die Fläche bebaut werden kann.

In der jüngsten Schlatter Ortschaftsratssitzung waren etliche Bauwillige unter den Zuhörern. Sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es gab viele neue und interessante Informationen.

Extra nach Schlatt gekommen war Diplom-Ingenieur Gebhard Gfrörer von der Gfrörer Planungsgruppe aus Empfingen. Der Experte holte weit aus, ging zurück bis ins Jahr 2005. „Damals war das ganze Areal noch anders bestückt“, sagte Gfrörer. Er unterstrich, dass von Beginn an ein großes Augenmerk auf eine Ein- und Ausfahrt in die Bundesstraße gelegt worden sei. Neben der Aufgabe, die Anknüpfung an die B 32 und die Anbindung an den Bruppenweg zu schaffen sowie das Problem mit einer Druckleitung der Stadtwerke zu bewältigen, habe es auch gegolten, verschiedener Grundstückproblematiken Herr zu werden.

Die Problemlösungsversuche hätten viel Zeit in Anspruch genommen. „Als man 2015 dann wieder einstieg, hatte das Regierungspräsidium ein Waldbiotop am Rand des Baugebietes festgelegt“, wusste Gfrörer. Das hatte zur Folge, dass 30 Meter Abstand zum bebauten Gebiet eingehalten werden und dass Baugebiet quasi „verschoben“ werden musste, was aber nicht „das ganz große Problem“ gewesen sei.

Schwierigkeiten gab es eher mit dem Regierungspräsidium, das nach dieser langen Zeit die Vorgaben für die notwendige Ein- und Ausfahrt in die Bundesstraße neu bewertete. So sei ein 20-Meter-Anbauverbot zu beachten. Hierbei genießen die bestehenden Gebäude allerdings Bestandsschutz. Zudem gebe es nach wie vor Probleme mit Grundstücksbesitzern.

Anhand eines Bebauungsplanes zeigte der Experte auf, dass Wilden in zwei Bauabschnitten bebaut werden wird. Der erste liegt im hinteren Bereich und wird vorerst über den Bruppenweg angefahren. Ist diese Fläche bebaut, kommt der vordere Bereich an die Reihe. Ein Zeitpunkt konnte allerdings nicht genannt werden. „Das ist völlig offen“, sagte Gfrörer.

Für den Gemeinbedarf sind zwei Bauplätze vorgesehen. Zugelassen sind Einzel- und Doppelhäuser. Die Dachformen können weitgehend frei gestaltet werden, als Traufhöhe ist ein Maß von sechs Meter vorgegeben. 8,50 Meter sind als Gebäudemaximalhöhe vorgeschrieben. Vor den Garagen kann es einen Stauraum von 5,50 Meter geben. Die Wohneinheiten pro Gebäude sind auf drei begrenzt.

Informationen gab es auch noch zu Geologie, Geotechnik und zur Beseitigung von Niederschlagswasser. Obwohl im Eingangsbereich ein gewisser Lärmpegel wegen der Bundesstraße vorhanden sei, werde es keine Maßnahmen zum Schallschutz geben, wusste Gebhard Gfrörer.

Auch den umfangreichen Umweltbericht stellte der Planer vor. „Der Ausgleichsbedarf von 292 000 Ökopunkten setzt sich aus Verlust an Boden, Eingriffen in Biotope und den in Wilden bestehenden Mähwiesen zusammen“, sagte der Experte. Auf Hechinger Gemarkung stünden genügend Ausgleichsflächen zur Verfügung. Beim 2016 erstellten Artenschutzfachgutachten sei nichts Schwerwiegendes zu verzeichnen gewesen.

Die vier Wochen währende Offenlage des Bebauungsplanes wird im Juli stattfinden, parallel läuft das wasserrechtliche Verfahren. Gebhard Gfrörer geht davon aus, dass der Satzungsbeschluss im Herbst vollzogen werden kann. Mit der Erschließung sollte Anfang des kommenden Jahres begonnen werden können.

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neue Bauplätze stehen am Schlatter Ortsrand in Richtung Hechingen zur Verfügung, wenn der erste Bauabschnitt des Neubaugebietes „Wilden“ erschlossen ist.