Die Freien Wähler von Hechingen machen weiter Dampf bei der leidigen Parkplatzfrage in der Oberstadt. Die sei zwar, so weiß es Fraktionschef Werner Beck, nicht wie erwartet das alles beherrschende Wahlkampfthema. Aber doch treibe das Problem die Leute um: Wohin mit den Autos, wenn ab Herbst der Obertorplatz neu gestaltet wird?!

Die Kommunalpolitiker der Freien Vereinigung machen erst gar keine Umschweife: Am besten packt man heiße Eisen dann an, wenn sich die Leute ganz besonders für die Rathausthemen interessieren. Zu ihren drei Alternativprojekten Aufstockung Parkhaus Neustraße, offene Tiefgarage beim „Museum“ und Ausbau Parkdeck Münzgasse präsentiert die derzeitige Nummer 2 am Hechinger Ratstisch nun ein ganz neues Vorhaben – ihren zentralen Vorschlag in Sachen Stellplätze.

Weil die Auswahl halt leider nicht groß ist, geht es erneut an die Neustraße. Dieses Mal aber richtig und groß. Das wenig geliebte und zu kleine Parkhaus soll weg und durch einen Neubau ersetzt werden, der sich ums Technische Rathaus zieht. Die Zahl der Parkplätze soll über 200 liegen. Und wenn’s denn machbar ist vom Denkmalschutz her, soll das Bauamt gleich mit abgerissen werden. Ersatz gibt es, so betont Rolf Ege, zukünftig im Neubau Marktplatz 3 direkt neben dem Rathaus. Von der Großgarage an der Neustraße soll ein Steg zum alten Spritzenhaus führen, und mithilfe eines Aufzugs ist der Obertorplatz barrierefrei erreicht. Und damit auch das „Museum“ und die Villa Eugenia. von der Neustraße ist’s nur ein Katzensprung in Richtung Altstadt. Der Durchgangsverkehr soll an der Volma-Kurve zur Weilheimer Straße gelenkt werden. Rolf Ege freut sich: „Das ist zentral, es gibt viele Parkplätze, und es ist optisch nicht störend. Eine Lösung also, mit der die Bürger gut mit leben können.“

Ganz wichtig ist den Freien Wählern, dass dieser Vorschlag von der Stadtverwaltung zügig geprüft wird. Man will zwar kein Porzellan zerschlagen, aber dass die Prüfung der drei Ideen verhältnismäßig lange in Anspruch nimmt und Ergebnisse erst im Juni präsentiert werden sollen, das stößt der FWV doch übel auf.   Frank Balbach: „Wir würden uns eine gute und intensive Zusammenarbeit mit der Stadt sehr wünschen.“ Werner Beck: „Wir hätten uns gewünscht, dass die Parkplatzfrage und der neue Obertorplatz parallel diskutiert worden wären.“ Noch deutlicher, Roland Huber: „Alternativen, die wir genannt haben für die Tiefgarage, sind jahrelang blockiert worden vom Rathaus.“ Und, ganz deutlich, Rolf Ege: „Es ist nicht zumutbar, dass die Prüfung unserer Vorschläge so lange dauert. Die Verwaltung trägt die Verantwortung dafür, dass das Parken ein Wahlkampfthema geworden ist.“

Insgesamt zehn Punkte haben die Freien Wähler von Hechingen auf ihrem Wahlkampfprogramm. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt und beginnt mit „Mitmachen“: Man hat schon viel hinbekommen in der Stadt, und das soll noch mehr werden. „Wir brauchen keinen Hinweis ,So geht’s’, wir haben bewiesen, dass es geht“, unterstreicht Werner Beck. Kinder, Jugend und Familie, ein großes Augenmerk auf Schulen und Weiterbildung, steht an Nummer 2. Respekt zollen die Freien Wähler an dritter Stelle dem demographischen und gesellschaftlichen Wandel: Ein Zubringerdienst nach dem Bisinger Modell „Flegga-Hopser“ soll her. Ebenso wichtig: das Thema Integration.

Die Stadtentwicklung, die Nummer 4, reklamieren die Freien Wähler schwerpunktmäßig für sich, weil sie das Projekt schon immer gefordert haben und das Konzept dazu das zentrale der nächsten Jahre sein wird. Gesundheit und medizinische Versorgung bedeutet für die FWV insbesondere, dass die Nachfolgefrage bei den Hausärzten vorrangig behandelt wird.

Nummer 6: Ein Thema, das die Freien Wähler ebenfalls vor allem für sich beanspruchen – die solide Haushaltspolitik. Man könne sich viel wünschen, vom Spaßbad über den Skaterpark bis zur neuen Festhalle, die noch nie ein Thema gewesen sei, aber es müsse auch finanziert sein, sagt Werner Beck. Bei Wohnen, Verkehr und Infrastruktur wird auf bezahlbaren Wohnraum gesetzt, notfalls durch eine eigene Städtebaugesellschaft. Ansonsten gilt: Her mit neuen Wohngebieten, aber die Nachverdichtung nicht vergessen.

Mehr Vernetzung mit der Region wünschen sich die Freien Wähler bei  Freizeit und Tourismus, der Nummer 8. Für die Energiewende gilt es, das Hechinger Stromnetz aufzurüsten – und ebenfalls „zügig in die Puschen zu kommen damit“. Sport und Kultur, der Schlusspunkt, bedeutet ein großes Augenmerk auf die Städtepartnerschaften zu haben in Zeiten des kriselnden Europas.

Programm, Gespräche, Livemusik


Der Haupttermin Die zentrale Wahlkampfveranstaltung der Freien Wähler Hechingen ist am Montag, 20. Mai, um 19 Uhr im Foyer der Stadthalle „Museum“. Dabei wird das Wahlprogramm in lockerer Atmosphäre vorgestellt. Im persönlichen Gespräch mit den Kandidatinnen und Kandidaten können gezielte Fragen gestellt werden. Damit die Veranstaltung einen schönen und gemütlichen Rahmen erhält, wird es Livemusik und eine kleine Bewirtung geben.