"Ohne Trompeten und Pauken kann ich mir Ostern nicht vorstellen", sagt Mario Peters. Und so hat sich der Hechinger Stiftskantor mit dieser Ostermesse in der bis auf den letzten Platz gefüllten Hechinger Stiftskirche wieder ein Auferstehungsfest nach seinem Gefallen geschaffen.

Die Piccolomini-Messe oder auch Spaur-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart hatte sich Peters als musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes ausgesucht. Bei der Durchsicht einiger Messen sei ihm diese relativ kurze, schöne Messe ins Auge gefallen, sagt Peters. Weil es ja auch um den Inhalt und nicht nur um die Musik gehe, hatte der Stiftskantor ein Faltblatt mit den Texten der Messe für die Gemeinde vorbereitet.

Darauf ist das Werk Mozarts sowohl als Piccolomini-Messe als auch als Spaur-Messe bezeichnet. Tatsächlich, so Peters, handelt es sich bei der Spaur-Messe um eine andere C-Dur-Messe Mozarts. Bis ins Jahr 2007, bis zum Fund eines Stimmensatzes in Brixen, war das Werk KV 258 aber auf Vorschlag Albert Einsteins hin Spaur-Messe genannt worden.

Dieser Name bezieht sich auf die Priesterweihe des Grafen Joseph von Spaur im Jahre 1776. Woher der jetzt verwendete Name Piccolomini-Messe kommt, ist indes nicht geklärt. Drei Monate haben der Stiftschor und das Hechinger Kammerorchester die Messe "relativ heftig geprobt", für den Stiftschor war die Messe eine Neueinstudierung. Das Ergebnis konnte sich hören lassen. Lebhaft vorgetragen war die Kyrie, genau gesungen die Wechsel zwischen Chor und Solisten (Gunnar Schierreich, Tenor, Christoph Wild, Bass, Simone Unger, Sopran, und Irina Gulde, die am Sonntagmorgen die Altstimme sang).

Auch im Credo kommen alle vier Solisten zum Einsatz, und der Chor beschließt den Vers vierstimmig. Das Sanctus beginnt mit Trompeten, Pauke, den Oboen und dann den Streichern feierlich und wird mit dem Allegro des Benedictus verbunden, in dem die Solisten als Quartett und damit wie ein zweiter kleiner Chor eingesetzt werden. Die Trompeter, die er um der Feierlichkeit willen nicht missen wollte, hat Mario Peters in seinem Freundeskreis gefunden und sich ausgeliehen: Ulrich und Sebastian Krystek aus Berlin und Pforzheim. Die Oboen spielten zwei Hechinger Gewächse: Meinrad Kraus und Patricia Faul.

Doch nicht nur Wolfgang Amadeus Mozart begeisterte die Besucher des Ostergottesdienstes. Louis Spohr, der auch einmal am Hechinger Hof von Fürst Konstantin musizierte, hatte für sein Offertorium ein Jubilate Deo geschrieben. Andrea Keßler, Konzertmeisterin des Hechinger Kammerorchesters, übernahm darin das Violinensolo und die Sopranistin Simone Unger den Gesang.

Und als ob das Dirigieren des Chors und des Orchesters sowie das Orgelspiel noch nicht genug wären, gab Mario Peters beim Halleluja aus Vezelay auch gleich noch beim großen Chor der Gläubigen den Takt vor.

Wie immer am Ende des Ostergottesdiensts wurden die Kirchenbesucher mit Georg Friedrich Händels Halleluja feierlich verabschiedet. Und als Kaplan Rolf Paschke am Ende der Messe den Musikern dankte, brandete in der Kirche lang anhaltender, verdienter Beifall auf.