Hechingen Mit Norland Wind ins Land der Kelten

Die richtige Musik für die dunklere Jahreszeit servierte in der Johanneskirchre der Kulturverein Hechingen-Villa Eugenia mit dem neuerlichen Auftritt von „Norland Wind“.
Die richtige Musik für die dunklere Jahreszeit servierte in der Johanneskirchre der Kulturverein Hechingen-Villa Eugenia mit dem neuerlichen Auftritt von „Norland Wind“. © Foto: Antonia Lezerkoss
Hechingen / Von Antonia Lezerkoss 12.09.2018
Der Kulturverein Hechingen-Villa Eugenia liegt mit der Verpflichtung von Norland Wind immer goldrichtig.

Nordische Volkslieder statt Kirchengesang, Geige und Keltische Harfe anstelle von Orgel und Posaune, humorvolle Anekdoten anstatt einer Predigt – die evangelische Johanneskirche in Hechingen verwandelte sich am Samstagabend in einen Konzertsaal. Mit einer superben Mischung aus Musik, Humor und Erzählungen entführten die Musiker von „Norland Wind“ ihre Zuhörer in die Klangwelten der grünen Gestade im Atlantik. Ihr Programm umfasste traditionelle Musik und eigene Songs, vorgetragen mit Phantasie und Schwung.

Folk frei von Kitsch

Ihre Musik hat im keltischen Nord-Westen Irlands, in den hügeligen Weiten Schottlands, den zerklüfteten Landschaften der Inseln im hohen Norden des Atlantik und in den herb-schönen Gefilden Norwegens ihre Wurzeln. Betörende, instrumentale Klänge wechselten ab mit norwegischen, gälischen und irischen Liedern. Sie erzählten vom Kreischen der Vögel, von Freiheit und der rauen Natur, aber auch von der seelen-erwärmenden Frühlingssonne.

Mit brillant geschliffenen Arrangements, außergewöhnlichen Harmonien und groovigen Rhythmen in Verbindung mit aufgefrischtem, kitschfrei-heimischem Folk gelang „Norland Wind“ ein beachtlicher Spagat zwischen Tradition und Moderne. Thomas Loefke entlockte seiner meisterhaft gespielten keltischen Harfe sphärische Klänge. Mit seinen träumerischen Balladen und irischen Liedern, seiner bewundernswerten Fingerfertigkeit und seiner unnachahmlich sanften Anschlagstechnik bezauberte er das andächtig lauschende Publikum. Die Sängerin und Gitarristin Kerstin Blodig, sowohl in Berlin als auch in Norwegen zuhause, schwärmte mit volltönender, ausdrucksstarker Stimme von einem Raben, erzählte vom „Sturm im Teeglas“ und ließ ihre Seele im „Frühlings-Psalm“ in die Höhe schwingen. Viele Lieder hat sie selbst komponiert.

Authentisch-keltischer Klang

Noel Duggan, geboren in Donegal, erwies sich als Ire wie aus dem Bilderbuch. Mit rauchig-baritonaler Stimme erzählte er wunderschöne Balladen von Liebe und vom Heimweh nach seiner Insel. Durch seine melodisch weich klingende irische Sprache  verlieh er „Norland Wind“ den authentisch keltischen Klang. Als temperamentvolle, virtuose „Fiddle“-Spielerin betätigte sich Angelika Nielsen von den Färöer-Inseln. Mit einem leichtfüßig vorgetragenen, irischen Tanzlied brachte sie die Besucher fast dazu, wie im irischen Pub das Tanzbein zu schwingen. Am Keyboard agierte bei dieser Jubiläumstour Benjamin Nørholm Jacobsen aus Dänemark kreativ und variantenreich. Man konnte die Augen schließen und träumen.

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Jahre schon treten die Musiker von Norland Wind gemeinsam auf. Das Hechinger Gastspiel eröffnete die zweite Hälfte des Jahresprogramms der Reihe „Musik in der Villa“.

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