Boll Mit „Monja“ und dem NSU Prinz

Heute feiern Silvia und Reinhold Löffler aus Boll ihre Goldene Hochzeit.
Heute feiern Silvia und Reinhold Löffler aus Boll ihre Goldene Hochzeit. © Foto: Horst Bendix
Boll / Horst Bendix 13.12.2018
Goldhochzeit: Reinhold und Silvia Löffler aus Boll sind 50 Jahre verheiratet und erinnern sich daran, wie alles begann.

Der Zoller ist nicht weit, nur einen Katzensprung entfernt. Die Gold-Eheleute Reinhold und Silvia Löffler, geborene Heidemann, fühlen sich unter dem Schutz der mächtigen Burg im kleinen Boll richtig wohl und möchten „mit keinem Menschen tauschen“.

Die beiden können gut miteinander, und Meinungsverschiedenheiten hat es in den 50 gemeinsamen Jahren nur selten gegeben. Reinhold und Silvia Löffler sind ein Paar, das von Harmonie geprägt ist. Aber wie kam es, dass sie sich damals verliebten? Es war in den 60er Jahren, als Reinhold Löffler mit Freunden im eigenen Auto, einem silbergrauen NSU Prinz, zum Fasnetsball nach Grosselfingen fuhr. Und genau dort funkte es gleich zwischen der Silvia und dem Reinhold, als „Monja“ von den Flippers gespielt wurde. Daran erinnern sich beide noch gut.

Reinhold Löffler, ein waschechter „Bollemer Hasawedel“, wurde am 30. Juli 1948 in Hechingen geboren. Von klein auf war er ein leidenschaftlicher Turner und Fußballspieler. Später spielte er auch Tennis und übernahm beim TC Boll Verantwortung.

Beruflich war er zunächst in der Lehre bei der Firma Buhmann. Dann ließ er sich zum Mechaniker umschulen, arbeitete in mehreren Betrieben der Region und war zuletzt in der Entwicklung und im Vertrieb in Trossingen tätig, bis er in Rente ging.

In ihrer Jugendzeit waren die Jubilare nicht auf Rosen gebettet. Reinhold Löffler erinnert sich, wie er sich alles erarbeiten musste und wenig Geld hatte und deshalb auch nicht die Möglichkeit, weit herumzureisen. Deshalb blieb man im Dorf, unterstützte – in seinem Fall – als talentierter Fußballer den TSV Boll und später auch den FC Thanheim.

Als Hobbybergsteiger sowie leidenschaftlicher Skifahrer erlebte Reinhold Löffler das Bergglück hundertfach, meist zusammen mit seiner Frau Silvia. In der Silvretta, im Wallis oder am Bodensee, in der Wachau, im Reich der Viertausender, da fühlte er sich wie zu Hause.

Die Eltern von Silvia, geborene Heidemann, stammen aus Pommern und kamen als Heimatvertriebene zunächst in Schleswig-Holstein an. Dort wurde die heutige Jubelbraut am 20. Januar 1951 geboren. Später zog ihre Familie ins Hohenzollerische nach Thanheim um, wo sie zunächst im Schulhaus wohnte. Eben dort ging sie zur Schule, um später in der Textilindustrie zu arbeiten. Bei der Firma Schöller in Onstmettingen war sie mehr als 30 Jahre lang tätig.

Die ersten sieben Jahre nach ihrer standesamtlichen Trauung wohnten die Löfflers in Thanheim, bis sie im Jahre 1975 ein eigenes Wohnhaus in der Bollemer Dorfstraße erwarben, das bis heute ihr Zuhause ist. Vom schönen Wintergarten aus kann man den Blick zur Burg genießen.

Ein Augenblick, wie man ihn sich nicht schmerzvoller vorstellen kann, war der tödliche Unfall ihrer Tochter Gabriele im Jahre 1992. Mitten aus dem Leben wurde sie gerissen. Dieser schwere Schicksalsschlag liegt bis heute wie ein Schatten auf dem Leben von Reinhold und Silvia Löffler.

Über viele Jahre hinweg war Silvia Löffler „Mädchen für alles“ beim TC Boll, kochte und bewirtete, räumte auf, bis alles blitzsauber war. Bis heute gehört sie auch ganz aktiv dem Zollern-Alb-Helferkreis Tansania an. Aktuell wird ein neues Hilfsprojekt in Moshi am Kilimandscharo unterstützt.

Reinhold Löffler ist derweil nach einem Unfall soweit wieder hergestellt, dass er beim Golfen im Golfclub Weitenburg einer schönen Freizeitbeschäftigung nachgehen kann. Gemeinsames Radfahren mit E-Bikes hält die Löfflers ebenfalls fit.

Und die heutige Goldene Hochzeit? Die feiert das Jubelpaar in einem Kurzurlaub, weit weg vom Alltag.

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