„Städtebauliche Missstände“ machte Bürgermeister Philipp Hahn in seiner Neujahrsansprache am Dienstagabend im „Museum“ zum Thema. Die gebe es durchaus nicht nur an der Staig, sondern auch im Viertel um die Rabenstraße, um das Münzparkdeck herum und im Katharinenviertel. Und gar an noch prominenterer Stelle: Als Exempel wählte er ein stadtbildprägendes Haus aus, das er direkt vor Augen hat, wann immer er aus dem Fenster seines Amtszimmers schaut: das ehemalige Haus Biedermann, Marktplatz 9.

Hahn beklagt Leerstand und Verfall

„Man lässt es einfach leer stehen und verfallen“, meint der Rathauschef beobachtet zu haben. Und alle seine Versuche, die Eigentümerin des prominent gelegenen Geschäftshauses zum Verkauf zu bewegen, seien bisher nicht erfolgreich, bedauerte Hahn – und das, „obwohl es durchaus namhafte private Kaufinteressenten mit guten Nutzungsplänen gibt“.

Stadt pocht auf Instandsetzungspflicht

Dem will der Bürgermeister nicht länger zusehen. Die Stadt, so sagte er, können zwar „niemanden zum Verkaufen zwingen“, aber der Paragraph 177 des Baugesetzbuches sehe ein Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot vor. „Wenn es freiwillig nicht geht, werden wir uns in diesem Jahr damit auseinandersetzen, wie wir die Eigentümer darüber in die Pflicht nehmen können, ihre Gebäude in einen ordentlichen Zustand zu versetzen“, kündigte Hahn an. Dem Stadtoberhaupt ist klar, dass die Verwaltung dafür „einen langen Atem“ brauchen und der Prozess „nicht ganz konfliktfrei“ ablaufen wird. Doch was sein müsse, müsse sein.

Ähnlich entschlossen zeigte sich Hahn, von der Immobilienfirma EJL, die sich für die Stadtentwicklung zentrale Grundstücke gesichert hat, konkrete Auskunft über deren Pläne zu erhalten. Das gilt sowohl für das baureife Gelände Marktplatz 3 neben dem Rathaus als auch für die Obertorplatz-Zeile vom ehemaligen HZ-Gebäude bis zur Volksbank.

Auch interessant:

Großbaustelle in Hechingen fordert Tribut Das Eiscafé am Obertorplatz schließt

Hechingen