Sigmaringen Messerstecherei in Flüchtlingsunterkunft Anklage wegen versuchten Totschlags

SWP 27.02.2015
Vor knapp zwei Wochen sind die Flüchtlinge in die Sigmaringer Kaserne eingezogen. In der Nacht auf Dienstag hat es dort eine Messerstecherei gegeben.

Wegen versuchten Totschlags ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einer Messerattacke gegen einen Kosovaren. Der Mann soll in der Landeserstaufnahmestelle in Sigmaringen in der Nacht auf Dienstag einem Landsmann eine nicht unerhebliche Schnittverletzung zugefügt haben. Wie die Medien im Landkreis Sigmaringen berichten, sitze der Mann laut Staatsanwaltschaft seit Mittwoch in Untersuchungshaft. In die Auseinandersetzung seien mehrere Personen verwickelt gewesen.

Der Haftrichter hat Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Messerstecher erlassen. Staatsanwalt und Polizei versuchen nun zu ermitteln, ob der Mann den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen habe. Wenn dies der Fall gewesen sein sollte, wird die Staatsanwaltschaft den Mann wegen versuchten Totschlags anklagen.

Für die verletzte Person habe keine Lebensgefahr bestanden, wird der Hechinger Staatsanwalt Markus Engel zitiert. Sowohl das Opfer als auch der mutmaßliche Täter stammen aus dem Kosovo und sind erst seit wenigen Tagen in der Graf-Stauffenberg-Kaserne untergebracht. Aus welchem Grund die Asylbewerber gegen Mitternacht in Streit gerieten, sei nicht bekannt.

Zwischen zwei und acht Asylbewerber leben in den ehemaligen Unterkunftsgebäuden der Bundeswehr auf einem Zimmer. Die Betreuer hatten bei der Zimmervergabe darauf geachtet, dass verfeindete Gruppen aus verschiedenen Landesteilen des Kosovo nicht im selben Zimmer untergebracht sind.

An der Auseinandersetzung sollen mehrere Personen beteiligt gewesen sein. Nach unbestätigten Informationen zog die Messerstecherei einen Polizeieinsatz mit bis zu 30 Einsatzkräften nach sich. Die Polizei hat bislang die Straftat nicht öffentlich gemacht. Auch eine Anfrage blieb unbeantwortet.

Seit knapp zwei Wochen wird die Kaserne vorübergehend als Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge benutzt. Bis zu 350 Plätze stehen zur Verfügung. Momentan sind ausschließlich aus dem Kosovo stammende Männer untergebracht.