Das Warenangebot ließ nichts zu wünschen übrig, das Personal in den Hechinger Läden war wie gewohnt freundlich, hilfsbereit und sachkundig, auch hielten die Geschäfte, die beim „Märchenhaften Einkaufen“ mitmachten, für ihre Besucher kleine Überraschungen und Erfrischungen bereit. Wie im Vorjahr zeigten sich einige der Inhaber mitsamt ihren Bedienungen und Angestellten, dem Motto folgend, wieder märchenhaft kostümiert. Wirklich alles, wie es sein soll! Unter diesem Aspekt betrachtet, könnte man mit der Veranstaltung hochzufrieden sein.

An Besuchern hat es dagegen gefehlt. Gut, der Himmel hatte nicht gerade das Festagskleid angelegt, es war Bundesligaschluss im Fernsehen und manch eine oder manch einer hatte, jetzt im Frühling, etwas in Haus und Hof zu werkeln. Solche Faktoren könnten potentielle Besucher am Samstagnachmitag  von einem Hechinger Stadtbummel abgehalten haben. Aber schön reden kann man die Bilanz des „Märchenhaften Einkaufens“ beim besten Willen nicht. Es war nicht nur weniger los als bei der Premiere im vergangenen Jahr – es war kaum etwas los, teils gar nichts.

Mehrere Ladenbesitzer meinten, sie hätten morgens denselben Umsatz erzielt wie an hundsgewöhnlichen Samstagen. Und nachmittags habe sich ihre Wartezeit im Laden schlicht nicht gelohnt.

Warum nur so wenige kamen? Wie erwähnt kann man dem Wetter kaum die alleinige Schuld zuweisen. Auch wenn hie und da Tropfen fielen – überwiegend blieb es am Samstag trocken und von den Temperaturen her erträglich. „Man hätte mehr Werbung machen müssen“, meinte ein Geschäftsbetreiber. Ein anderer sah das nicht so, man habe genug getan, der Termin war bekannt, wer dabei sein wollte, konnte ihn wahrnehmen.

Einer Balinger Besucherin missfiel das fehlende Unterhaltungsangebot. „Hier war doch bei früheren Verkaufstagen immer so viel los“, erinnerte sie sich vage. Und beim Hechinger Freitag-
abendmarkt, den sie auch schon besucht habe, sei doch ebenfalls immer so viel geboten.

Über den Samstag, den sie nun erlebte, war die Balingerin hingegen enttäuscht. Sie nahm sich aber vor, die Zollernstadt bei Gelegenheit trotzdem wieder zu beehren. Gefunden und etwas eingekauft hat sie in einem der Modehäuser nämlich doch.

Während des Nachmittages lebte noch die Hoffnung, es würden am frühen Abend ein paar Gäste einströmen, die an den Verpflegungsständen vor dem Rathaus etwas zu sich nehmen und so die Szene abschließend wenigstens noch ein bisschen beleben würden. Dem war nicht so, es blieb still.

Die Händler haben ihren Kassensturz in den eigenen Läden schon gemacht, am Stadtmarketingverein ist es jetzt, die taktischen Schlüsse aus der Veranstaltung zu ziehen und sich zu fragen, wie man mit dem Verkaufstag weiter umgeht.

Dieses Mal war das „Märchenhafte Einkaufen“ eher ein Dornröschenschlaf als der Magnetberg, der die Schiffe aller Welt anzieht. Es geht in Hechingen aber auch anders, wie man bekanntlich weiß.

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Fachgeschäfte hatten sich am 2. „Märchenhaften Einkaufen“ des Hechinger Stadtmarketings an diesem Wochenende zwischen der Oberstadt und der Bahnhofstraße beteiligt.